Designierte Departure-Chefin:  Bettina Leidl

Foto: STANDARD /Andy Urban

Wien – Bettina Leidl, seit 1997 Geschäftsführerin der Kunsthalle Wien, übernimmt mit 1. Dezember Departure, die städtische Förderinstitution für die Kreativwirtschaft. Die gebürtige Oberösterreicherin, Jahrgang 1962, folgt auf Christoph Thun-Hohenstein, der seit 1.September das Museum für angewandte Kunst (Mak) leitet. Ihr Vertrag läuft fünf Jahre.

Wie berichtet, war Peter Noever, der Langzeitdirektor des Mak, am 23.März fristlos entlassen worden. Die Bestellung Thun-Hohensteins erfolgte Mitte Mai. In der Folge schrieb die Wirtschaftsagentur Wien als Eigentümerin die Leitung von Departure aus. Insgesamt gab es 52 Bewerbungen. Drei Frauen wurden gerüchteweise in die enge Wahl gezogen: Doris Rothauer, die dem Wiener Künstlerhaus einen Modernisierungsschub verpasst hatte, Birgit Brodner aus dem Büro von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny und eben Leidl. Die definitive Entscheidung fiel Mittwochmittag. Bis zu Leidls Amtsantritt werden die Geschäfte von Gerhard Hirczi, dem Chef der Wirtschaftsagentur, interimistisch geführt.

Leidl ist als Geschäftsführerin der Kunsthalle seit vier Jahren auch für die Kunst im öffentlichen Raum (Kör) zuständig. Die Leitung von Departure bezeichnet sie in einer ersten Stellungnahme als einen der "interessantesten, kreativsten und verantwortungsvollsten Jobs" , den die Stadt aktuell zu vergeben hatte. Wer künftig Kör betreuen wird, steht noch nicht fest. Die Kunsthalle Wien hat aber bereits Ersatz für Leidl gefunden: Ohne Ausschreibung wurde die 54-jährige Ursula Hühnel-Benischek zur neuen Geschäftsführerin ernannt.    (Thomas Trenkler / DER STANDARD, Printausgabe, 15.9.2011)