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Mesut Özil könnte in den kommenden Jahren Weltfußballer werden.

Foto: REUTERS/Andrea Comas

Frankfurt/Main - Mesut Özil hat bereits den Titelgewinn am 19. Mai 2012 in München vor Augen, seine Gegenspieler sehen am Mittwoch dagegen erst einmal rot. Als weißes Ballett wird der spanische Rekordmeister gegen Dinamo Zagreb allerdings nicht antanzen (ab 20.45 Uhr/Sky). Da die Marketingstrategen beim Trikotverkauf noch Luft nach oben erkannt haben, wird Real erstmals seit über 38 Jahren in roten Leibchen auflaufen.

Dabei ist auf dem Weg ins Endspiel in der bayerischen Landeshauptstadt auch so schon jede Menge Geld zu verdienen. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) wird insgesamt 758,6 Millionen Euro ausschütten. Die beiden Finalisten FC Barcelona und Manchester United (3:1) kassierten in der vergangenen Saison jeweils über 50 Millionen Euro.

Real will sein Dasein im Schatten des Erzrivalen aus Barcelona nicht mehr länger ertragen und zehn Jahre nach dem 2:1 gegen Bayer Leverkusen endlich wieder den europäischen Fußball-Thron besteigen. Fehlen werden in Zagreb der Ex-Dortmunder Nuri Sahin (Knieprobleme) und der frühere Bayern-Profi Hamit Altintop (Rückenbeschwerden). Auch der brasilianische Star Kaká fehlte (Knöchelprobleme).

Özil sieht seine Mannschaft, die in der vergangenen Spielzeit in zwei hasserfüllten Duellen im Halbfinale an Barca gescheitert war, auf einem guten Weg an die europäische Spitze. "Man darf nicht vergessen, dass Barcelona schon seit Jahren zusammenspielt. Wir bekamen in den vergangenen zwei Jahren viele neue Spieler. Inzwischen sieht man aber, dass wir uns besser verstehen auf dem Platz, wir sind stärker geworden, robuster", erklärte der Nationalspieler.

Trainer José Mourinho muss draußen bleiben, zweimal noch hat er Stadionverbot. Wegen seiner höhnischen Gesten und Verschwörungstheorien aus dem Halbfinale der vergangenen Saison gegen den Erzrivalen FC Barcelona.

Roooooney

Kritik kennt Wayne Rooney dagegen nur noch vom Hörensagen. Manchesters Stürmerstar hat acht Tore in den ersten vier Spielen der Premier League erzielt und will nun auch bei Benfica Lissabon seine Topform unter Beweis stellen. Für Teammanager Sir Alex Ferguson steht das bereits vor der Partie außer Frage. "Er macht einen fantastischen Eindruck. Er ist jetzt Mitte 20, im besten Alter für einen Fußballer. Seine Präsenz wird von Spiel zu Spiel größer", sagte der Coach, dessen Mannschaft in den zurückliegenden sechs Auswärtsspielen in der Champions League keinen Gegentreffer kassiert hat.

Diese Serie setzt Ferguson in Portugal allerdings aufs Spiel. Obwohl der Schotte auf den verletzten Innenverteidiger Nemanja Vidic verzichten muss, schont er Abwehrchef Rio Ferdinand für das kommende Spitzenspiel der Premier League gegen den FC Chelsea.

Solche personellen Rochaden kann sich auch Uniteds Stadtrivale Manchester City erlauben. Die Personaldecke des neureichen Klubs, der mit United die Tabelle in England anführt, ist ähnlich dick wie die des Rivalen. Der Klub des früheren Bundesliga-Torschützenkönigs Edin Dzeko gilt in der Bayern-Gruppe A nicht zuletzt deshalb als klarer Favorit im Duell der Debütanten gegen den SSC Neapel.

Die Bayern wollen ihr Endspiel

Für den FC Bayern wartet ein Auswärtsspiel bei Villareal. Das Selbstvertrauen dürfte nach dem Wettschießen gegen Freiburg in der Bundesliga stimmen, auch wenn Dribblanski Arjen Robben weiterhin wegen einer Schambeinentzündung fehlen wird. Das Champions-League Endspiel in München wird Münchner Bayern begleiten, so lange sie im Wettbewerb sind. "Wir haben ein großes Ziel: das Finale in München", betonte auch Torjäger Mario Gomez nach der Ankunft in Spanien. Aber auch er mahnte, dass die bisherigen Gegner der Münchner "kein Champions-Niveau" gehabt hätten, "jetzt kommen die Spiele, in denen wir sehen werden, wo wir stehen." Übrigens: Seit einem 1:0 vor zehn Jahren bei Real Madrid hat der FC Bayern in Spanien in sechs Versuchen nicht mehr gewonnen. (SID/red)