Berlin - Finanzjongleure haben schon mehrfach riesige Schäden mit Finanzgeschäften angerichtet. Bei einigen ging es um Milliarden. Einige spektakuläre Fälle:

März 2011: Vier Jahre nach dem mehr als 600 Mio. Euro teuren Desaster mit Aktien-Fehlspekulationen bei der WestLB erhebt die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft Anklage gegen drei ehemalige Aktienhändler der WestLB und zwei externe Händler wegen Marktmanipulation, Untreue oder Beihilfe zur Untreue. Die Anklage geht von einem strafrechtlich relevanten Schaden von 48 Mio. Euro aus. Die verlockende Aussicht auf millionenschwere Bonus-Zahlungen soll die Banker dazu verleitet haben, vom Vorstand gesetzte Risikogrenzen zu ignorieren und dies mit Hilfe externer Händler zu verschleiern.

Oktober 2010: Der ehemalige französische Börsenhändler Jerome Kerviel wird in Paris wegen Veruntreuung, Fälschung und betrügerischer Manipulation zu fünf Jahren Haft, davon zwei zur Bewährung, verurteilt. Bei Börsengeschäften für die Großbank Societe Generale verzockte er bis Anfang 2008 rund 4,9 Mrd. Euro. Diese Summe muss er nach dem Urteil seinem ehemaligen Arbeitgeber zurückerstatten.

Jänner 2009: Die spanische Polizei hebt eine Betrügerbande aus, die an der Londoner Börse 450 Mio. Euro erschwindelt haben soll. Die Bande soll über fünf Jahre die Aktienkurse einer Scheinfirma mit komplizierten Transaktionen und gefälschten Papieren künstlich in die Höhe getrieben und dann mit großen Gewinnen verkauft haben.

Dezember 1995: Der britische Finanzjongleur Nick Leeson wird in Singapur wegen Betrugs zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Er hatte mit Fehlspekulationen in Höhe von 860 Mio. Pfund (damals knapp zwei Mrd. Mark) den Zusammenbruch der Barings-Bank ausgelöst. Bei der ältesten britischen Handelsbank war sogar die Queen Kundin.(APA)