Wien - Der Sex mit Gretchen war vielleicht doch nicht das Wahre. Bei den Salzburger Festspielen brillierte Philipp Hochmair als Faust - und nun, nachdem er bei einer Domina Mensch sein durfte, kommt er im Rabenhof zur Erkenntnis: "In porno veritas."

Den Text, den er aus sich herausschreit, hat der Schauspieler für eine Anthologie geschrieben. In Porno sondern "so namhafte Autoren" wie Christopher Just, Thomas Draschan, Robert Palfrader und Michael Leon literarisch Erbärmliches über Selbstbefriedigung und Swingerclubs ab.

Dennoch fühlte man sich dazu berufen, daraus eine Performance zu machen. Hochmair zerschnipselt eine Banane, Palfrader gibt einen Proleten, und als zweifelhaften Höhepunkt lässt Ela Angerer ("Idee und Umsetzung") eine breit tätowierte Stripteasetänzerin die Brustwarzenquasten rotieren. Es geht mithin nicht nur verklemmt, sondern auch recht sexistisch zu.

Im Vorfeld hatte Hausherr Thomas Gratzer gemeint, die Saison mit Porno eröffnen zu können sei für einen Direktor geradezu "Handibussi". Sein schmutziges Lachen war das Beste am Abend.  (Thomas Trenkler / DER STANDARD, Printausgabe, 16.9.2011)