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Heinrich Pecina (li.) hat die Kärntner Hypo unter Wolfgang Kulterer lange im Hintergrund beraten, nun rückt er in den Vordergrund.

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Wien - Nun ist auch der ehemalige Berater der Hypo Alpe Adria, Heinrich Pecina vom Wiener Investmenthaus VCP, tief in den Strudel der Hypo-Ermittlungen geraten. Pecina, der die Bank unter Wolfgang Kulterer lange begleitet hat, wird seit kurzem als Beschuldigter geführt. Er rangiert auf Platz 72 der Beschuldigtenliste der Staatsanwaltschaft Klagenfurt. der Standard betont, dass die Unschuldsvermutung gilt.

Die VCP war bei Kapitalmaßnahmen beratend tätig, sollte den Börsengang begleiten. Zudem waren die Privatstiftungen Collegia und Annagasse (Pecina bzw. der VCP zuzurechnen) bei der Kapitalerhöhung via Vorzugsaktien dabei, die Gegenstand einer Anklage (gegen die Ex-Manager wohlgemerkt) und einer Schadenersatzklage der Bank ist.

Erst dieser Tage wurde der Ex-Geschäftspartner Ernst Strassers (wechselte aus dem Innenministerium zur VCP) in Kärnten einvernommen; schon im Frühling war er im Innenministerium zur Aussage vor den Kriminalisten erschienen.

Was die Justiz aber auch interessiert sind Honorare, die die VCP von der Hypo rund um den Verkauf ihrer Consultants Sparte (Beteiligungen) kassiert hat. Wie berichtet hat allerdings die Wiener Beratungsgesellschaft ASP den Verkauf, der 2007 statt fand, ab Herbst 2006 exklusiv betreut.

Projekt Adam

Laut Gerichtsakten ergeben sich da Unklarheiten; die VCP bekam nämlich trotz ASP-Exklusivvertrags 1,25 Mio. Euro für ein Beratungsmandat zum (nie statt gefunden) Verkauf von vier Projekten der Hypo Consultants Liechtenstein. Name des Unterfangens: "Projekt Adam". Die Justiz prüft nun den Verdacht, dass "der Mandatsvertrag erst nachträglich im Jänner 2008 konstruiert und um ein Jahr rückdatiert wurde", wie es in einer Anzeige der Bank heißt. So habe man "eine vertragliche Grundlage zur Zahlung der 1,25 Mio. Euro" darstellen wollen.

Die Justiz prüft nun die damaligen Vorgänge: Am 7. Jänner 2008 sandte die Hypo ein Fax nach Liechtenstein. Angefügt: der Entwurf des VCP-Mandatsvertrags. Der allerdings ist mit 29. Jänner 2007 datiert. In einem Schreiben der VCP (unterzeichnet von VCP-Chef Pecina und seinem Kollegen Christian Riener) vom 29. Jänner 2007 wurden Verkaufsgegenstände und Honorar vereinbart, wie berichtet samt großzügiger "Drop-Dead-Fee". Demnach standen der VCP 80 Prozent des Erfolgshonorars selbst bei "vorzeitiger Beendigung des Mandats" zu. Diese Jedenfalls-Fee floss im Jänner 2008: Alle Beteiligungen der Consultants Liechtenstein waren konzernintern verkauft worden.

Pecinas Sprecher will angesichts des "laufenden Verfahrens" nur so viel sagen: "Pecina hat mit der Staatsanwaltschaft alles aufklärend besprochen und alle relevanten Unterlagen übergeben."(Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.9.2011)