Warum überrascht uns die Nachricht nicht, dass schon wieder eine FPÖ-Person oder -Gruppe nazimäßige Äußerungen getan hat? Diesmal in der Mitgliederzeitung der freiheitlichen Polizeigewerkschaft AUF: Die Erhaltung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen durch das Innenministerium sei ein Missbrauch des Budgets. Von solchen Polizisten fühlt man sich echt beschützt.

Warum überrascht es nicht, wenn nun gegen den x-ten ehemaligen FPÖ-Minister oder -Funktionär staatsanwaltliche Untersuchungen wegen einer Korruptionsgeschichte erhoben werden? Diesmal ist es der ehemalige Verteidigungsminister Herbert Scheibner, wo es um - erst vor relativ kurzer Zeit erfolgte - Zahlungen durch den Eurofighter-Konzern geht (wobei Scheibner damals beim Kauf eher für einen anderen Flugzeugtyp war und nur von Grasser und Schüssel im letzten Moment umgedreht wurde). Warum überrascht uns diese Mischung aus lebendigem Nazi-Erbe und dichtem Korruptionsgestank bei den Freiheitlichen nicht?

Die landläufig-banale, wenn auch teilrichtige Erklärung wäre, dass die FPÖ eben einen ungeheuren Nachholbedarf an den Futtertrögen des Staates hatte und hat. Der tiefere Zusammenhang besteht aber darin, dass Politiker und Parteien, die auf Hetze, Gewaltlösungen und Verfolgung Andersdenkender setzen, das Beutemachen als legitimen Bestandteil ihrer Weltanschauung betrachten. (STANDARD-Printausgabe, 16.9.2011)