Wien - Ein mutmaßlicher Mehrfachmörder aus Ungarn ist der Wiener Polizei ins Netz gegangen. Der 32-Jährige Zsolt B. soll zu einer Bande gehören, die in Budapest zumindest vier Menschen ausgeraubt und zum Teil lebendig in einem Waldstück vergraben haben. Die Wiener Polizei bestätigte, dass der Mann am Mittwoch in Haft genommen wurde.

Nach einem Hinweis von Kollegen aus Budapest legten sich Zielfahnder des Bundeskriminalamtes sowie Cobra-Beamte vor einem Internet-Cafe in Mariahilf auf die Lauer. Dort soll der 32-Jährige regelmäßig Kunde gewesen sein. Dinghaft gemacht wurde der Mann jedoch nicht von BK oder Cobra, sondern von einem uniformierten Kollegen. Der Mann war einer Fußstreife aufgefallen, da er den Abgang zur U-Bahn Station Nussdorfer Straße hinuntergehen wollte. Als er die Polizisten sah, drehte er um und lief davon. Die Polizisten holten den Beschuldigten nach kurzer Flucht ein. Die Personenüberprüfung ergab, dass der Mann per Haftbefehl wegen Mordverdacht gesucht wurde.

Sechs Komplizen bereits festgenommen

Der Mann soll in Ungarn Mitglied einer Raubmörderbande sein. Zuvor wurden sechs Mitglieder dieser Bande festgenommen. Sie sollen im August mindestens vier Menschen überfallen und zum Teil lebendig in einem Waldstück im Budapester Bezirk Csepel vergraben haben.

Auf die Spur der Bande kamen ungarische Sicherheitskräfte durch einen aus Rumänien stammenden Ungarn. Der junge Mann wurde von einem ihm bekannten Mann zu einem Paar eingeladen, das in dem Waldstück lebte. Dort sei der Rumäne eigenen Angaben zufolge gewürgt und zur Herausgabe seiner Kreditkarte inklusive Code gezwungen worden, berichtete damals die ungarische Nachrichtenagentur MTI.

Während sich die Täter auf den Weg zu einem Bankomaten gemacht hatten, ist das Opfer mit hinter dem Rücken gefesselten Händen bis zum Hals in einem Erdloch vergraben zurückgelassen worden. Dem Rumänen gelang es, sich zu befreien und die Polizei zu alarmieren. (APA)