Rom - Der Chef von Italiens rechtspopulistischer Regierungspartei Lega Nord, Umberto Bossi, gräbt angesichts der akuten Schuldenkrise in Italien wieder sezessionistische Slogans aus. "Jeder hat begriffen, dass Italien zugrunde geht, daher müssen wir für eine Alternative arbeiten: Padanien", betonte Bossi am Freitag in Anspielung auf den norditalienischen Separatstaat, den der Lega-Chef seit 25 Jahren zu gründen träumt.

Der Lega-Vorsitzende, der in der Regierung Berlusconi den Posten des Reformenministers besetzt, warnte, dass wegen der Krise Norditalien nicht mehr in der Lage sei, mit seinen Steuern den teuren Zentralstaat und den armen Süden des Landes zu erhalten. "Ein positives Jahr wartet auf uns, Padanien nimmt Formen an", sagte Bossi bei einer Lega-Veranstaltung im norditalienischen Piemont am Freitag.

Seit 25 Jahren kämpft die Lega Nord für die Föderalisierung Italiens. Sezessionistische Slogans tauchen immer wieder in Bossis Ansprachen auf und sorgen für hitzige Reaktionen. "Bossi versucht als Minister der Regierung Berlusconi seine Verantwortung für die katastrophale Lage Italiens zu vertuschen. Padanien existiert nicht", kommentierte der Mitte-Rechts-Abgeordnete Italo Bocchino. "Die einzige Alternative ist der Rücktritt der Regierung Berlusconi", kommentierte der Linkspolitiker Oliviero Diliberto. (APA)