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Die P-51 Mustang stürzte in eine Zuschauertribüne

Foto: AP/dapd/Ward Howes

Los Angeles - Beim Absturz einer historischen Propellermaschine während einer Flugshow in Reno im US-Bundesstaat Nevada sind am Freitagnachmittag (Ortszeit) neun Menschen getötet worden. Die Zahl ist damit deutlich höher als zunächst angenommen. Zunächst war nur von drei Toten die Rede gewesen, unter ihnen der 74-jährige Pilot. Dutzende weitere Menschen wurden verletzt.

Der Unglückspilot Jimmy Leeward war ein bekannter Flieger: Er war mehr als 150 Rennen geflogen und war Stunt-Pilot in mehreren Kinofilmen, darunter „Amelia" und „Cloud Dancer".

Die Absturzursache blieb vorerst unklar. Vermutlich sei aber ein mechanischer Fehler Schuld, hieß es am Samstag in Fernsehberichten. Experten der Nationalen Transportsicherheitsbehörde NTSB ermittelten am Unglücksort. Medienberichten und Augenzeugen zufolge zerschellte das historische Jagdflugzeug vom Typ P 51 Mustang - eine einmotorige Maschine, die bei der US-Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kam - vor der Haupttribüne der Reno National Championship Air Races, einer Art Rennen in der Luft mit stets Tausenden von Zuschauern. Auf Videoaufnahmen waren eine Staubwolke und herumfliegende Trümmerteile zu sehen. Augenzeugen sagten dem Sender CNN, dass die Maschine in eine vorgelagerte Sitzreihe gestürzt sei, die unter anderem für Organisatoren der Veranstaltung reserviert gewesen sei.

Horrorszenario

Der Unfall ereignete sich um 16.00 Uhr Ortszeit (01.00 Uhr MESZ). Zeugen berichteten, die Maschine sei in kleine Stücke zerrissen worden. US-Fernsehsender zeigten Bilder von blutüberströmten Menschen, die auf Tragen zu Krankenwagen und Helikoptern gebracht wurden. Ein Augenzeuge sagte der Zeitung "Reno Gazette-Journal", am Unglücksort sehe es aus, als wäre eine "Bombe explodiert".

Augenzeugen sprachen von einer "Horrorszene". Aber es hätte noch weitaus schlimmer kommen können: Die Maschine prallte nur wenige Meter von der dicht besetzten Zuschauertribüne entfernt auf den Boden. Zuschauer berichteten, der Pilot Jimmy Leeward habe sich noch kurz vor dem Absturz bemüht, das Oldtimer-Flugzeug von der Menge wegzulenken. Viele Zuschauer nannten ihn einen Helden. "Ich habe kein Zweifel daran, dass er Leben gerettet hat", sagte Augenzeuge Gus McCrea dem Sender CNN.

Absturzursache unklar

Der Pilot galt als äußerst flugerfahren. Nach Angaben auf seiner Facebook-Seite nahm er seit Mitte der 1970er Jahre an Flugwettbewerben teil. Der Filmdatenbank Imdb.com zufolge wirkte er als Stuntpilot an Filmen wie "Amelia", "Im Zeichen der Libelle" und "Das ausgekochte Schlitzohr 3" mit. Er habe sich niemals fahrlässig verhalten, zitierten Medien Freunde Leewards.

Nach Angaben des "Reno Gazette Journal" hat es in der fast 50-jährigen Geschichte des Luftrennens wiederholt tödliche Abstürze gegeben. Bis zum Freitag seien aber noch nie Zuschauer ums Leben gekommen oder verletzt worden.

Weiterer Unfall in West Virginia

Nur wenige Stunden nach dem Flugzeugabsturz in Reno hat es bei einer ähnlichen Veranstaltung einen weiteren tödlichen Unfall gegeben. Am Samstag stürzte in Martinsburg im Bundesstaat West Virginia ein Oldtimer-Militärflieger brennend zu Boden. Dabei starb der Pilot. Weitere Opfer gab es Behördenangaben zufolge nicht. (APA)