Die USA und die Schweiz stehen Presseberichten zufolge vor einer Einigung im Streit um die Besteuerung nicht deklarierter Guthaben von US-Bürgern bei Schweizer Banken. Die US-Regierung sei "grundsätzlich einverstanden", auf das Angebot der Schweiz einzugehen, berichtete die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) unter Berufung auf Verhandlungskreise am Samstag in ihrer Onlineausgabe. Der Weg für einen "globalen Bankendeal" sei damit frei. Ähnliches berichtete der "Tages-Anzeiger".

Das Angebot der Schweiz sieht nach NZZ-Angaben vor, dass die US-Steuerbehörden regelmäßig von der Schweiz im Rahmen eines Amtshilfegesuchs Informationen zu mutmaßlichen Steuerflüchtlingen anfordern können. Dabei müsste Washington nicht länger die Namen von Verdächtigen liefern, sondern könnte sogenannte Gruppenanfragen stellen. Nach NZZ-Angaben könnten bis zu zehn solcher Gruppenanfragen gestellt werden, da insgesamt zehn Schweizer Banken betroffen sind.

Zudem sieht das Abkommen die Zahlung einer Strafe an die USA vor. Unbestätigten Berichten zufolge soll diese zwei Mrd. Franken (1,66 Mrd. Euro) betragen. Die US-Regierung hat in den vergangenen Jahren den Druck auf die Schweiz erhöht, das Bankengeheimnis zu lockern, um Steuerflüchtlinge aufzuspüren. Die Steuerbehörden zwangen die Schweizer Großbank UBS seit 2008 die Namen von tausenden US-Kunden bekanntzugeben und eine Strafe von 780 Mio. Dollar (567 Mio. Euro) zu zahlen.(APA)