Jerusalem/Ramallah - Die Palästinenserführung besteht angesichts der israelischen Einwände auf einer genauen Umsetzung des internationalen Friedensplans für Nahost. Einen Tag vor seinem geplanten Gespräch mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon in Jerusalem sagte Regierungschef Mahmud Abbas, man werde die 14 israelischen Vorbehalte auf Anraten der USA ignorieren. Auch Palästinenserpräsident Yasser Arafat rief zu einer genauen Verwirklichung des Plans auf und warnte, die von Israel geforderten Veränderungen könnten den Fahrplan "zerstören".

Man werde alles versuchen, um Gewalt palästinensischer Extremisten zu stoppen

Die Regierung in Jerusalem hatte am Sonntag zwar den so genannten Fahrplan angenommen, gleichzeitig jedoch einen 14 Punkte umfassenden Forderungskatalog aufgestellt, der die Durchsetzung des Plans nach Meinung diplomatischer Beobachter praktisch unmöglich machen würde. Abbas sagte in einem Interview mit der israelischen Zeitung "Haaretz", Washington werde es nicht zulassen, dass Israel die in dem gemeinsam mit der EU, Russland und den UNO verfassten Plan vorgesehenen Schritte ignoriere. Abbas kündigte an, dass die von Israel weitgehend zerstörten palästinensischen Sicherheitskräfte alles unternehmen würden, um die Gewalt palästinensischer Extremisten zu stoppen. Innerhalb kurzer Zeit sei dabei jedoch ein 100-prozentiger Erfolg nicht möglich.

Palästinenserpräsident Arafat sagte nach einem Treffen mit der spanischen Außenministerin Ana Palacio: "Das Wichtigste ist, den Fahrplan ohne Veränderungen umzusetzen, die ihn vollkommen zerstören könnten." Spanien könne dabei wegen seiner guten Beziehungen zu den USA und Präsident George W. Bush eine "wichtige Rolle" spielen. (APA/dpa)