Salzburg - Das Kuratorium der Salzburger Festspiele hat sich in seiner Sitzung am Mittwoch für den Umbau des Kleinen Festspielhauses in ein "Haus für Mozart" durch die Architekten Wilhelm Holzbauer und Francois Valentiny ausgesprochen. Der Vorsitzende des Kuratoriums, Bürgermeister Heinz Schaden (S), meinte in einer Pressekonferenz, der Kostenrahmen von 29 Mio. Euro müsse und könne eingehalten werden. "Monatliche, strenge Baukontrollen wurden vereinbart. Außerdem sind sehr viele Ausstattungs-Sonderwünsche gestrichen".

Architektonisch hatten Holzbauer&Valentiny ihren Entwurf modifiziert, der Balkon wird kleiner, ein Eingang ist gestrichen. Innen bleibt alles beim Alten - die oft kritisierten Sichtverhältnisse würden nicht besser.

Fassadenabriss avisiert

"Wir haben die VIP-Lounge gestrichen, die Fassade wird abgerissen und neu aufgebaut", sagte Landeshauptmann Franz Schausberger (V) - Abriss und Neubau sind billiger (Anm.). Die für den Status Weltkulturerbe verantwortliche internationale Denkmalschutzorganisation ICOMOS hatte die Holzmeister-Fassade als "Wahrzeichen" und "unbedingt schützenswert" bezeichnet. Das Bundesdenkmalamt (BDA) hat seine Stellungnahme noch nicht vorgelegt.

Die Pläne liegen bereits bei der Baubehörde der Stadt, jetzt soll das Gesamtprojekt ausgeschrieben werden. Die Wirtschaftsprüfer Diederich und Partner hatten vor Monaten festgestellt, dass das Holzbauer&Valentiny-Projekt 37 Mio. Euro kosten wird und bereits am unteren Qualitäts-Level angesiedelt sei; nun halten die Prüfer 29 Mio. für realisierbar. Bis zur Sitzung des Kuratoriums am 28. Juli sollen die Ausschreibungsergebnisse auf dem Tisch liegen. International ausgeschrieben werden soll auch der Auftrag für die permanente Baukontrolle. Dass die Wirtschaftsprüfer Diederich und Partner diesen Auftrag bekämen, haben Bürgermeister und Landeshauptmann dementiert.

Grüne warnen

Der Kultursprecher der Grünen Landtagsfraktion, Cyriak Schwaighofer, warnte vor einer weltweiten Blamage und vor einem Debakel. "Es ist unklar, ob das Haus bis zum Mozartjahr 2006 fertig ist. Es wird ein durchschnittliches Projekt mit technischer Minimalausstattung und vermutlich gravierender Kostenüberschreitung".

Für das Mozart-Jahr 2006 sei mehr Geld notwendig, meinten Bürgermeister Schaden und Landeshauptmann Schausberger im Anschluss an die Kuratoriumssitzung des der Salzburger Festspiele. Auch der Bund müsse zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen. (APA/red)