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Mark Zuckerberg hört gern Musik

Foto: EPA/EMMA FOSTER

Am Donnerstag, 22. September, soll Facebook auf seiner F8 Entwickler-Konferenz eine neue Medienplattform vorstellen. Mit dieser soll es möglich sein, Musik, Fernsehsendungen und Filme zu streamen.

Viele Nutzer als Vorteil

Der Vorteil von Facebook gegenüber bestehenden Diensten sind seine 750 Millionen Nutzer. Somit können über den Mediendienst viele User erreicht werden. Ted Cohen, Berater und Chef für digitale Musik bei einem Major Label, sagte zu „The New York Times": „Wenn es läuft wie geplant, wäre es das Nirvana der Interoperabilität."

Vereinbarungen mit Medienunternehmen

Der Service würde die Mitbewerber unter Zugzwang bringen. Im Gespräch mit „The New York Times", teilten Mitglieder Medien- und Technologiebranche mit, dass Facebook mit einigen Medienunternehmen Vereinbarungen getroffen hat. Dank diesen sollen die Nutzer die Möglichkeit haben, auf ihrer Profilseite anzuzeigen, was sie bei anderen Services sehen oder hören.

Hulu

Laut "New York Post" soll es eine Partnerschaft zwischen Facebook und Hulu gebe. Über Hulu kann man TV-Sendungen wie "Die Simpsons" streamen. Auch Netflix soll laut einer Quelle mit Facebook zusammenarbeiten.

Spotify und Rhapsody

Unter anderem sollen Spotify und Rhapsody unter den geschätzten zehn Musik-Services sein, mit denen Facebook Vereinbarungen getroffen hat. Die Musikvideo-Seite Vevo soll auch mit an Bord sein. Facebook gibt dazu keinen Kommentar ab und Vertreter der Medien meinen, dass sich die Pläne noch ändern können.

Anleger besorgt

Einige Anleger und Vorsitzende in der Technologie-Branche sind besorgt, dass über Facebook zwar viele Nutzer auf Musik-Streaming-Seiten kommen, die Musik gratis hören wollen, aber nicht bereit sind ein Abo zu bezahlen. Trotzdem müssen die Firmen weiterhin Tantiemen an die Musiklabels zahlen. Es wird befürchtet, dass Services, die schlechtere Verträge mit den Labels haben als Facebook, in Zukunft schwerer Geld machen können.

Schadet kleine Firmen

Auch David Pakman, ein Partner der Risikokapital-Firma Venrock und ehemaliger Vorsitzender von eMusic, glaubt, dass der Facebook-Dienst den kleinen Firmen schaden wird und nur der sozialen Plattform selbst hilft.

Spotify hat 100.000 zahlende Kunden

Spotify soll seit dem Markteinstieg in den USA im Juli 100.000 zahlende Kunden dazugewonnen haben. Rhapsody wird seinen Dienst weiterhin nicht gratis anbieten. Der vor zehn Jahren gegründete Dienst hat rund 800.000 Abonnenten.

Rhapsody weiterhin nicht gratis

Jon Irwin, Chef von Rhapsody meint: „Wir glauben, dass die Kosten für den Inhalt nicht vollständig durch Werbung refinanziert werden können." Er glaubt auch, dass Facebook den Wettbewerb im Cloud-Service-Bereich noch verschärfen wird, sieht aber seine Firma und Spotify im Vorteil.

Ob Facebook tatsächlich einen neuen Service vorstellt und wie dieser dann genau aussieht, wird die Öffentlichkeit vermutlich am Donnerstag erfahren. Wie sich der Service auf andere Dienste auswirkt, wird die Zukunft zeigen. (soc)