Wien - Der Seniorenrat will die Medien in sein Boot holen. Mit dem Medienpreis "Senioren-Rose/Senioren-Nessel" will man einen "Anreiz zur objektiven Berichterstattung über die wirkliche Lage der älteren Generation" geben, sagte Seniorenrats-Präsident Karl Blecha (S) am Dienstag in einer Pressekonferenz. Die Preisverleihung am 25. Jänner im Parlament soll auch den Auftakt für das "Europäische Jahr des Aktiven Alterns und der Generationensolidarität" 2012 setzen.

Mit der Senioren-Rose soll die realitätsgetreue Darstellung der Lebenswirklichkeit der Senioren ausgezeichnet werden, für die Darstellung der "Tauben fütternden Alten auf der Parkbank" soll eine Nessel brennen. Könnte er für einen Rechnungshofbericht eine "Senioren-Nessel" verleihen, würde er sie ihm "sofort" zusprechen, sagte Seniorenrats-Präsident Andreas Khol (V). Denn der Rechnungshof hat in einem Bericht geschrieben, dass 40 Prozent der Steuern für Staatsschulden und für Pensionen ausgegeben werden. Dieser Vergleich der Pensionen mit der Schuldenbelastung sei ein "absoluter Skandal", empörte sich Khol.

Blecha prangerte an, dass Medienberichte immer wieder wenn die Seniorenverbände vor Verhandlungen mit der Regierung stehen, darauf abzielten, ältere Menschen zu diskriminieren. Es könne nicht sein, dass man von einer Pensionslast von 22 Milliarden Euro spreche, aber nicht erwähne, dass nur neun Milliarden davon vom Bund und alles andere aus Beiträgen stamme. Dies müsse man "mit den Medien gemeinsam richtig stellen", so Blecha.

Vorschläge für die "Senioren-Rose" und die "Senioren-Nessel" können bis zum 30. November eingereicht werden. Bewertet werden Beiträge, die zwischen 1. September 2010 und 30. November 2011 veröffentlicht wurden. Der Jury wird der Präsident des Österreichischen Journalistenclubs, Fred Turnheim, vorsitzen. Für die Kategorien "Journalismus" und "Werbung" gibt es Sachpreise, in der neu eingeführten Kategorie "Bild" gibt es für die beiden positivsten Darstellungen (als Abgeltung für die Bildrechte) Geldpreise von je 500 Euro. (APA)