Washington/Berlin - Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die Weltwirtschaft in einer gefährlichen neuen Phase. Es drohe das Risiko einer länger andauernden Wachstumsschwäche in den Industrieländern, erklärte der Fonds am Dienstag in seinem neuen Weltwirtschaftsausblick. Er nahm seine Wachstumsschätzung für die Weltwirtschaft für 2011 um 0,3 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent zurück und für 2012 um 0,5 Prozentpunkte auf ebenfalls 4,0 Prozent.

Massiv revidierte er seine Schätzungen für die USA, die in diesem Jahr nur noch um 1,5 Prozent wachsen dürften - ein Prozentpunkt weniger als noch im Juni geschätzt - und im nächsten Jahr um 1,8 Prozent - 0,9 Prozentpunkte unter der Juni-Schätzung.

Auch Deutschland wird laut IWF 2011 mit 2,7 Prozent - nach 3,2 Prozent im Juni - und 2012 mit 1,3 (zuvor 2,0) Prozent frühere Wachstumshoffnungen nicht erfüllen. Für Italien sagte der IWF mit 0,6 Prozent in diesem und 0,3 Prozent im nächsten Jahr gleichfalls deutlich schwächere Zuwachsraten voraus. All das werde auch das Welthandels-Wachstum auf 7,5 Prozent in diesem und 5,8 Prozent im nächsten Jahr dämpfen - zwischen einem halben und fast einem Prozent unter den Juni-Schätzungen. Österreich sieht der IWF 2011 und 2012 real 3,3 und 1,6 Prozent wachsen.

Die EZB sollte laut IWF weiter entschieden am Bond-Markt intervenieren, um für Ordnung bei Euro-Staatsanleihen zu sorgen. Falls sich Abwärtsrisiken für das Wachstum manifestierten, sollte die EZB auch den Leitzins senken, erklärte er weiter. (Reuters)