Kairo - Der Chef der ägyptischen Altertümer-Verwaltung, Mohammed Abdel Fatah, ist nach nicht einmal einem Monat im Amt zurückgetreten. Zu dem Schritt hätten ihn die andauernden Streiks der Mitarbeiter bewogen, sagte Abdel Fatah nach Kairoer Zeitungsberichten vom Mittwoch. Der höchste zuständige Beamte für die Pyramiden, Ausgrabungsstätten und Museen in Ägypten hatte Ende August die Nachfolge des langjährigen Chefarchäologen Zahi Hawass angetreten. Nach dessen Ausbootung durch die Übergangsregierung im Juli war der Posten zunächst vakant geblieben.

Hawass, ein begnadeter medialer Selbstdarsteller mit Indiana-Jones-Schlapphut als persönlichem Markenzeichen, war eng mit dem Regime des im Februar gestürzten Präsidenten Hosni Mubarak verbunden. Die Behörden ermitteln gegen ihn wegen des Verdachts auf Korruption und illegalen Handels mit Antiquitäten. Hawass bestreitet die Vorwürfe.

Sein Nachfolger, der Archäologe Abdel Fatah, war zuvor Abteilungsleiter in der Altertümer-Verwaltung. Seine Ernennung war in der Fachwelt zunächst vorsichtig begrüßt worden. Er selbst hatte die Bekämpfung der Korruption im "Archäologie-Business" als eines seiner vordringlichen Ziele bezeichnet. Nach seinem Rücktritt erklärte er, die teilweise lähmenden Streiks der Mitarbeiter seien "von oben gesteuert". Zugleich beklagte er, dass ihm die Übergangsregierung unter Premier Essam Sharaf keinen Handlungsspielraum gewährt habe. (APA)