Linz - "Ich fuhr das Fleisch vom Schwein mir zentnerweise ein, und auch so manche Kuh hab ich schon verschlungen. Doch mit dem Fleischgenuss ist für mich endlich Schluss. Mein Gewissen hat mich dazu gezwungen" - so weit, wie die Punkband Die Ärzte in ihrem Song Ich ess' Blumen will man beim Land Oberösterreich zwar nicht gehen, für weniger fleischliche Gelüste macht man sich jetzt aber dennoch stark.

Auf Initiative des Umweltressorts des Landes wurde jetzt die Kampagne "FleischfreiTag" gestartet. Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) will mit der Aktion eine "Einladung" aussprechen, einen Tag pro Woche bewusst auf Fleisch zu verzichten. Anschober: "Ich mache das seit zwei Jahren." Seine Bilanz: "Genießen geht mit vegetarischer Ernährung genauso gut." Als Kooperationspartner versucht man nun Restaurants und Betriebsküchen für den temporären Gemüsefeldzug im Zeichen des Klimaschutzes gewinnen.

120 Kilo Fleisch pro Jahr

Die Österreicher seien beim Fleischkonsum mit 100 bis 120 Kilo pro Jahr ganz vorne, so Anschober, nur in Australien, Spanien und den USA werde mehr vertilgt. "Und die Produktion tierischer Lebensmittel ist weltweit für rund 20 Prozent der klimaschädlichen Treibhausgase verantwortlich" , gibt Anschober zu bedenken.

Eine erste Bilanz des "FleischfreiTags" fällt durchaus positiv aus. "Noch nie hat es auf eine Kampagne des Umweltressorts so viele Reaktionen gegeben. Und über 80 Prozent begrüßen die Aktion" , bilanziert der Umweltlandesrat.  (DER STANDARD Printausgabe, 22.9.2011)