Salzburg - Die Umlandgemeinden der Landeshauptstadt Salzburg im Flachgau und im benachbarten Bayern erhöhen den Druck auf die Stadtregierung und Bürgermeister Heinz Schaden (SP). 29 Gemeinden aus Salzburg, Oberösterreich und Bayern sowie der Landkreis Berchtesgaden haben sich zum Verein "Regional-Stadtbahn" zusammengeschlossen.

Ziel der kommunalen Initiative ist eine Gesamtverkehrsplanung für den Großraum Salzburg mit seinem Einzugsgebiet von rund 400.000 Einwohnern. Das ist "sinnvoller als Kleinkrämerei und Kirchturmdenken", sagt der Vereinsvorsitzende Martin Greisberger (VP), Bürgermeister der Flachgauer Gemeinde Thalgau.

Adressat der Kritik ist Bürgermeister Schaden. Dieser habe bis dato jedes Angebot zum "Dialog der Regionen" in Sachen Öffentlicher Personennahverkehr ausgeschlagen. Schaden hatte wiederholt betont, der Initiative nicht beizutreten, weil die Umlandgemeinden der Landeshauptstadt die städtische Verkehrspolitik quasi vorschreiben wollten.

Zweistrom-Tech

Tatsächlich rühren die Bürgermeister die Werbetrommel für ein ganz konkretes Projekt: Für die Regionalbahn sollen Triebwagengarnituren zum Einsatz kommen, die innerhalb der Stadt als Straßenbahn und am Land als S-Bahn auf den Geleisen von ÖBB und Deutscher Bahn unterwegs sein können.

Technisch ist das jedenfalls machbar. Im deutschen Karlsruhe (Baden-Württemberg) ist diese Zweistrom-Technologie - die Tram fährt mit Gleich-, der Zug mit Wechselstrom - seit rund 20 Jahren im Einsatz.

Wirklich neu ist die Idee einer Bim durch die Stadt, die auch ins Umland fährt, übrigens nicht. Bis 1953 ist in Salzburg die "Rote Elektrische" gefahren, die auch eine Linie in den Flachgau bediente. Die Geleise sind inzwischen freilich längst demontiert.

Kein neuer Straßentunnel 

Endgültig vom Tisch ist inzwischen der Kapuzinerbergtunnel. Das Areal für die stadtseitige Westeinfahrt hat ein deutsch-österreichischer Bauträger erworben. Kommende Woche solle es die erste Bürgerversammlung geben, bei der die Anrainer über die geplante Verbauung informiert werden.

Das Projekt für einen Straßentunnel durch den Kapuzinerberg - als Verlängerung der Nonntaler Brücke nach Norden - ist bereits mehr als einhundert Jahre alt. Zuletzt wurde es aber nur mehr von der Wirtschaftskammer und der VP ernsthaft betrieben. (Thomas Neuhold, DER STANDARD Printausgabe, 22.9.2011)