Manama/Wien - In einer Protestaktion haben Aktivisten in Bahrain am Mittwoch den Autoverkehr in der Hauptstadt Manama lahmgelegt. Mit ihrer Aktion wollte eine sich über das Internet organisierende Jugendgruppe vor der Nachwahl von mehreren Parlamentssitzen kommendes Wochenende gegen die Regierung protestieren, berichtete der Sender Al-Jazeera. Die Nachwahl war durch die Rücktritte aller 18 Abgeordneten der schiitischen Oppositionspartei Al-Wefaq-Partei (auch: Wefak, Wifak) nötig geworden.

Am Mittwochvormittag sei es durch die Proteste für mehrere Stunden zu schweren Verkehrsbehinderungen gekommen, berichtete Al-Jazeera unter Berufung auf Augenzeugen. Die Verkehrs-Aktivisten verlangten laut Berichten nach politischen Reformen, die Errichtung einer konstitutionellen Monarchie sowie einen Boykott der umstrittenen Nachwahlen. Das Innenministerium warnte die Bevölkerung in einer öffentlichen Stellungnahme, an den Protesten teilzunehmen. Die schiitische Al-Wefaq stritt die Beteiligung an der Organisation ab, unterstützte aber die Protestaktion. "Es gibt eine starke Beteiligung an der friedlichen Bewegung", sagt ein führendes Mitglied der Oppositionspartei laut Al Jazeera.

Die schiitische Bevölkerungsmehrheit von Bahrain hatte im Frühjahr gegen die sunnitische Herrscherfamilie aufbegehrt. Bei der Niederschlagung der wochenlangen Proteste mit Hilfe saudi-arabischer Truppen wurden Mitte März 24 Menschen getötet, vier weitere starben seitdem in Haft. Hunderte Menschen wurden festgenommen, einige von ihnen wurden bereits zum Tode oder zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. (APA)