Brüssel - Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) hat für einen radikalen Schuldenerlass für das hoch verschuldete Griechenland plädiert. Häupl sagte, er wäre dafür, dass man Griechenland 50 Prozent seiner Schulden nachlasse. Dies sei keine kommunistische Idee. Es gehe vielmehr darum, Griechenland so wie einem Dritten-Welt-Land wieder die Chance auf wachstumsfördernde Impulse zu geben, anstatt nur die Budgetsanierung des Landes zu verfolgen.

Häupl betonte zugleich, dass auch Maßnahmen Griechenlands selbst erforderlich wären. "Es kann nicht sein, dass die reichsten Griechen keine Steuern zahlen." Auch die Schattenwirtschaft in dem Land zeige frühere Versäumnisse.

Dennoch müsse die EU heute Solidarität mit Griechenland üben, weil es um die Währungsunion als Ganzes gehe, betonte Häupl. "Die Sicherung der Währungsunion, des Euro, ist eine Sicherung des Sparbuchs der Oma." Der Wiener Bürgermeister warnte davor, der FPÖ "nachzureden", wonach man das Geld nicht "den faulen Griechen nachwerfen" dürfe. (APA)