Der schlingernde Computerzubehör-Hersteller Logitech hat mit einer zweiten Gewinnwarnung innerhalb von acht Wochen die Anleger schockiert. Für das am 31. März endende Geschäftsjahr 2011/12 erwarte der Konzern nur noch einen operativen Gewinn von rund 90 statt 143 Millionen Dollar und einen Umsatz von 2,4 statt 2,5 Milliarden Dollar, teilte der Hersteller von Computer-Mäusen, -Tastaturen und -Webkameras in der Nacht zum Donnerstag mit. "Nach eingehender Prüfung musste ich feststellen, dass unsere Ziele zu optimistisch waren," gestand Verwaltungsratspräsident Guerrino de Luca, der vor zwei Monaten die Führung des Konzerns interimsmäßig übernahm, in einem Reuters-Interview ein. Die Logitech-Aktien, die seit Jahresbeginn schon die Hälfte ihres Wertes eingebüßt haben, brachen am Donnerstag um weitere zwölf Prozent ein.

"Dies werden die letzten schlechten Nachrichten sein."

"Dies werden die letzten schlechten Nachrichten sein. Ich will sicherstellen, dass wir diesmal auch liefern", versprach De Luca, der schon zwischen 1998 und 2008 Logitech-CEO gewesen war und Ende Juli den erfolglosen Vorstandschef Gerald Quindlen abgelöst hatte. Im ersten Quartal war Logitech in die roten Zahlen gerutscht und hatte daraufhin seine Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr reduziert. Analysten zufolge dürfte die Messlatte mittlerweile soweit gesenkt sein, das Logitech nicht mehr enttäuschen kann.

Das Produktportfolio habe sich in Krisenzeiten als nicht breit genug erwiesen, beschrieb De Luca einen Grund für die Probleme. "Ganz klar haben wir die Auswirkung der Krise unterschätzt." Aufgrund der Vielzahl wirtschaftlicher Hiobsbotschaften der letzten Wochen liege das Vertrauen insbesondere der US-Konsumenten derzeit am Boden. Auch andere Elektronikhersteller wie der europäische Marktführer Philips bekommen derzeit die Zurückhaltung der Kunden zu spüren.

Wichtige Produkte

Eine Stärkung des Portfolios sei nun die größte Priorität, sagte De Luca. Insbesondere im Bereich Smartphones wolle Logitech einige wichtige Produkte auf den Markt zu bringen. Nach der Ansicht von Sarasin-Analyst Oskar Schenker hat er damit das Problem erkannt: "Logitechs derzeitiges Produktportfolio ist veraltet, nicht Besonderes und verkauft sich nur über den Preis. (APA)