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In der 77. Minute hatten die Austria-Fans genug gesehen, das Feld im Horrstadion wurde gestürmt.

Foto: Reuters/ Zolles
Wien - Schwarz-Weiß Bregenz darf auch die fünfte Saison seit dem Aufstieg 1999 im österreichischen Fußball-Oberhaus spielen. Die Vorarlberger schafften dank des 2:0-Sieges am Donnerstag im Horr-Stadion gegen den schon seit längerem feststehenden Meister Austria aus eigener Kraft und dank der Schützenhilfe von Admira/Wacker in Ried (3:0) den Sprung vom zehnten auf den rettenden neunten Platz. In einem Match, das in der 77. Minute für 25 Minuten unterbrochen werden musste, nachdem zahlreiche Austria-Fans das Spielfeld im Horr-Stadion gestürmt hatten und erst nach intensivem Zureden der Gastgeber und ihres Ordnerdienstes davon wieder entfernt werden konnten.

"Große Show im nächsten Jahr"

Rund 8.600 Anhänger des nunmehr 22fachen Champions hatten sich zur Meisterfeier (Fortsetzung vor dem Wiener Rathaus) eingefunden, erlebten dort aber - wie es Mäzan Frank Stronach anschließend formulierte - "ein Trauerspiel und ein Tag, den man vergessen muss". Den frustrierten Fans versprach er für nächste Saison eine "große Show".

Führung aus heiterem Himmel

Die Austria begann zwar gut und hatte durch Rushfeldt, Helstad, Janocko und Gilewicz in der ersten halben Stunde auch einige Chancen. Wie aus heiterem Himmel fiel in der 43. Minute das 1:0 für die Gäste. Michael Wagner verlor den Ball an Dickhaut, der sofort Nzuzi auf die Reise schickte und dieser ließ Mandl keine Chance. In der zweiten Hälfte tat sich dann zunächst auf den Rängen, auf dem Austria-Fans mit weißen "Meister-T-Shirts" ihre (enttäuschenden) Lieblinge feierten, viel mehr als auf dem Spielfeld.

Austria-Abwehr im Tiefschlaf

In der 72. Minute, tauchte der eingewechselte Klausz allein vor Mandl (die Austria-Abwehr schlief wieder) auf und bezwang diesen mit einem Flachschuss zum 2:0 für die Bregenzer, die schon einmal (am 15. April 2000 mit 5:2) im Horr-Stadion gegen die Austria gewonnen hatten.

Längere Unterbrechung

Wenige Minuten später stürmten zahlreiche frustrierte Austria-Fans das Spielfeld, woraufhin die Schweizer Schiedsrichterin Nicole Petignat die Partie unterbrach. Ein Abbruch drohte, doch räumten die "Stürmer" innerhalb von 25 Minuten doch das Spielfeld, woraufhin die letzten 13 Minuten gespielt werden konnten.

Ernüchternde Bilanz für den Meister

Die Bilanz der Wiener in jüngerer Zeit ist mehr als enttäuschend. In den letzten fünf Runden gelang ihnen kein einziges (!) Tor, den Treffer im Salzburger Cup-Halbfinale (1:0) schoss mit Eder ein Gegenspieler. Für einen Meister, der dennoch mit 13 Zählern Vorsprung und zum ersten Mal seit zehn Jahren die Trophäe holte, eine erbärmliche Bilanz. Die Fans hoffen nun aber auf Wiedergutmachung im Grazer Cup-Finale am Sonntag gegen den FC Kärnten (ab 16.30 Uhr/live ORF1).

"Herbert Prohaska"-Sprechchöre

Für den scheidenden Trainer Christoph Daum gab es bei der folgenden Feier mit Überreichung der Meisterschale Pfiffe, dagegen waren "Herbert Prohaska"-Sprechchöre zu hören. Die Fans jubelten trotz der Niederlage dennoch lautstark, da durfte auch der Dauerbrenner "We are the Champions" nicht fehlen. (APA)

  • Austria Wien - SW Bregenz 0:2 (0:1)
    Horr-Stadion, 8.650, Nicole Petignat (SUI)

    Torfolge:
    0:1 (43.) Nzuzi
    0:2 (72.) Klausz

    Austria: Mandl - Dospel, Akoto, Ratajczyk, Pircher (59. Kvisvik) - Helstad (76. Linz), Flögel, Janocko, M. Wagner, Gilewicz - Rushfeldt (79. Parapatits)

    Bregenz: Tolja - Dickhaut - Dasoul, Geiger - E. Kulovits (26. Bragstad), S. Aslan (46. Klausz), Pedersen, Berchtold, Hlinka, L. Unger - Nzuzi (88. Ikanovic)

    Gelbe Karten: Kulovits, Dasoul

    Das Match war in der 77. Minute für 25 Minuten unterbrochen worden, nachdem hunderte Austria-Fans das Spielfeld gestürmt hatten.