London - Ein überraschend deutlicher Rückgang der Benzinvorräte der USA zum Beginn der Feriensaison hat den Ölpreis am Donnerstag wieder in die Höhe getrieben. Für ein Barrel (knapp 159 Liter) der marktführenden Nordsee-Sorte Brent wurden in London mit 26,10 Dollar (22,2 Euro) 51 US-Cent mehr als am Vortag bezahlt nachdem der Preis zuvor auf ein Tief von 25,27 Dollar gefallen war.

Analysten hatten mit einem leichten Anstieg der US-Benzinvorräte gerechnet. Dagegen zeigten die am Donnerstag vom US-Energieministerium veröffentlichten Statistiken, dass die Lagerbestände in der vergangenen Woche um 3,4 Millionen Barrel gesunken sind. Die Rohölvorräte nahmen dem gegenüber um 1,1 Millionen auf 286,2 Millionen Barrel zu.

Die Zahlen hätten alle überrascht, sagte ein Londoner Händler. "Die Statistik hat Leben in den Markt gebracht", fügte er hinzu. Der Markt schenke diesen Daten große Aufmerksamkeit, weil der Benzinverbrauch der USA in den Sommermonaten, wenn die Leute in die Ferien fahren, zwölf Prozent des weltweiten Energieverbrauchs ausmacht, hieß es im Handel.

Händlern zufolge dürfte es allerdings schwierig sein, die technische Widerstandsmarke bei 26,46 Dollar zu überwinden. Dazu trage auch die Erwartung der Wiederaufnahme der irakischen Ölexporte im Juni bei. (APA/Reuters)