Hong Kong - Im Süden Chinas haben Tausende Menschen gegen den Zwangsverkauf von Land protestiert und einem Zeitungsbericht zufolge Regierungsgebäude angegriffen. Augenzeugen in Lufeng in der boomenden Provinz Guangdong berichteten, die Proteste seien durch die Beschlagnahmung und den Verkauf von Land an ein Wohnungsbauunternehmen ausgelöst worden.

Dutzende Menschen seien verletzt worden, schrieb die in Hong Kong erscheinende "South China Morning Post" in ihrer Freitagsausgabe. Die aufgebrachte Menge sei vor den Regierungssitz in Lufeng gezogen und habe das Gebäude der Kommunistischen Partei und eine Polizeiwache angegriffen - zum Teil mit Knüppeln und Steinen.

Soziale Unruhen

Die Regierung in Lufeng bestätigte dem Bericht zufolge die Unruhen, sprach aber nur von Hunderten Demonstranten. Mehr als ein Dutzend Polizisten seien verletzt und mehrere Polizeifahrzeuge umgestürzt worden. Erstmals hätten Dorfbewohner bereits am Mittwoch die Rückgabe ihres Landes verlangt.

In Guangdong, einer der wichtigsten Industrieregionen Chinas, ist es in jüngster Zeit wiederholt zu sozialen Unruhen gekommen. So protestierten in der Stadt Zengcheng Tausende Wanderarbeiter gegen mutmaßliche Misshandlung von Arbeiterinnen, steckten Büros der Regierung in Brand und zerstörten Polizeifahrzeuge. (APA/Reuters)