Eine Bachelorarbeit ist keine wissenschaftliche Abschlussarbeit im klassischen Sinn. Es ist eine erweiterte, vertiefende Seminararbeit, für die man dann auch mehr ETCS-Punkte als für eine herkömmliche Seminararbeit bekommt. Eine besondere Prüfung ist für die Verleihung des ersten akademischen Grads nicht vorgesehen, die Beurteilung erfolgt im Rahmen des Seminars. Eine Sponsionsfeier ist nach Abschluss aber schon möglich.

Da eine Bachelorarbeit eigentlich nicht mehr ist als eine umfangreichere Seminararbeit, gelten auch für die Archivierung dieselben Bestimmungen wie bei anderen Seminararbeiten und Prüfungen. Mindestens sechs Monate müssen laut Gesetz die Unterlagen oder Arbeiten aufbewahrt werden. Bei den meisten Studienrichtungen müssen zwei Bachelorseminare inklusive Bachelorarbeit absolviert werden. Abgegeben wird ein Word-Dokument in elektronischer Form.

Bachelorarbeiten wird man nicht nur deshalb in den Bibliotheken der Universitäten vergeblich suchen. Viele von ihnen würden auch nicht die Mindestanforderung für ein Buch erfüllen. Formal betrachtet, hat eine Bachelorarbeit einen Mindestumfang von 50.000 Zeichen, das ergibt, je nach Schriftart und -größe circa 20 Seiten inhaltlicher Auseinandersetzung mit einem Thema. Ein Buch braucht, um als solches zu gelten, aber mindestens 48 Seiten. Alles andere ist eine Broschüre.(Gudrun Ostermann, DER STANDARD, Printausgabe, 24.9.2011)