Auch wenn sie dort als "Orchester der Wiener Staatsoper" figurieren - die Wiener Philharmoniker sind mit dem Haus am Ring seit jeher aufs Engste verbunden. 1842 aus dem Hofopernorchester entstanden, besitzt der Klangkörper auch noch fast 170 Jahre später sozusagen eine doppelte Identität als instrumentales Rückgrat des größten Wiener Opernhauses und als selbstständiges Kollektiv, das in Eigenverantwortung Konzerte veranstaltet.

Auch heute noch führt der Weg in die Mitgliedschaft im philharmonischen Verein über die Anstellung im Opernorchester, die das Berufsbild und den Alltag der Musikerinnen und Musiker entscheidend prägt. Als äußeres Zeichen für diese Verwurzelung wurde nun ein neuer Konzertzyklus im Gustav-Mahler-Saal der Wiener Staatsoper installiert, der laut Philharmoniker-Vorstand Clemens Hellsberg eine "Symbiose im idealen Sinn" versinnbildlicht.

Die Philharmonischen Kammermusik-Matineen starten diesen Samstag und führen Mitglieder des Orchesters in der Saison 2011/12 an insgesamt zehn Samstagvormittagen in den verschiedensten Besetzungen vom Quartett bis zum Oktett zusammen.

Den Anfang machen an diesem Wochenende um 11 Uhr Daniel Froschauer (Violine), Gerhard Marschner (Viola), Raphael Flieder (Violoncello), Michael Bladerer (Kontrabass) und Maximilian Flieder (Klavier) mit Johannes Brahms' g-Moll-Klavierquartett op. 25 und Franz Schuberts Forellenquintett.

Bis Juni folgen dann einmal monatlich weitere Termine mit Musik von Bach und Telemann bis György Ligeti und Astor Piazzolla - wohl nicht nur aus Sicht von Staatsoperndirektor Dominique Meyer "eine große Bereicherung für unser Programm". Übrigens findet die Konzertreihe im selben Saal statt, in dem auch die Probespiele für das Staatsopernorchester abgehalten werden und damit die Entscheidungen über künftige Philharmoniker-Karrieren fallen. (daen, DER STANDARD - Printausgabe, 24./25. September 2011)