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In der ersten Reihe: Adrian Newey, Christian Horner, Sebastian Vettel, Mark Webber und Helmut Marko.

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Singapur - Die Weltmeisterschaft ist ihm praktisch nicht mehr zu nehmen. Ein einziger Punkt fehlt Sebastian Vettel nach seinem Sieg in Singapur in den ausständigen fünf Saisonrennen, um seinen zweiten WM-Titel aus eigener Kraft perfekt zu machen. Der 24-jährige Deutsche dominiert die Formel-1-Saison in fast schon beängstigender Manier. Neun von 14 Rennen hat Vettel gewonnen, 309 von 350 möglichen Punkten geholt. Das sind mehr als 88 Prozent.

WM-Titel? "Es sollte nicht so ein Problem sein"

Ausruhen will sich Vettel auf den Lorbeeren keineswegs. Bereits am Mittwoch sitzt er in der Red-Bull-Fabrik in Milton Keynes im Simulator, um weitere Erkenntnisse über das Auto zu gewinnen. "Alle sind extrem diszipliniert und zielorientiert", lobte der Überflieger sein Team. "Wir alle genießen es im Moment sehr. Wir müssen daran anschließen und den Schwung in die nächsten Rennen und vielleicht auch in die nächste Saison mitnehmen."

Drei Grand Prix in Folge hat Vettel gewonnen, zum Titel wollte er sich aber noch nicht gratulieren lassen. Die große WM-Party soll in zwei Wochen in Japan steigen, wo er bereits in den beiden vergangenen Jahren triumphiert hat. Der Kurs kommt Red Bull entgegen. Zudem benötigt Vettel den einen Punkt nur, wenn sein einzig rechnerisch verbliebener WM-Rivale Jenson Button in Suzuka gewinnt. "Es sollte nicht so ein Problem sein", gestand der Superstar.

Auf Schumachers Spuren

"So unglaublich dominierend, wie Vettel in diesem Jahr ist, könnte er in zwei Wochen in Japan wohl auch mit einem Bobby Car starten, um den letzten Punkt einzufahren", schrieb die "Bild"-Zeitung in ihrer Montag-Ausgabe. "Aufhalten kann ihn niemand mehr", ergänzte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Mittlerweile jagt der WM-Dominator sogar die Bestmarke seines Landsmannes Michael Schumacher, der 2004 bisher unerreichte 13 Saisonrennen gewonnen hat.

Die Welt kann nur entgeistert zusehen. "Ein weiterer erdrückender Sieg des Deutschen in Singapur", meinte die spanische Sportzeitung "Marca". Für ihren Star Fernando Alonso ist die WM endgültig außer Reichweite. Und auch die ausständigen Rennen dürften schwierig werden, obwohl es für den Doppel-Weltmeister noch um den zweiten WM-Rang geht. "Das wäre eine wertvolle Sache, aber wir werden kaum noch Updates bekommen", erklärte Alonso.

Ferrari konzentriert sich auf nächste Saison

Ferrari konzentriert bereits alle Bemühungen auf 2012. Die Italiener sollen an einem revolutionären Auto bauen, nachdem der F150 Italia Alonso nur zu einem einzigen Sieg verholfen hat. "Wir haben die ganze Philosophie des Designs geändert", verriet Teamchef Stefano Domenicali. Red Bull allerdings kann auf die Weiterentwicklung von Altbewährtem setzen. Das österreichisch-englische Team baut seit zwei Jahren beständig die schnellsten Autos.

Darauf wollte Vettel die Erfolge nicht reduzieren. "Ich denke, dass unsere Dominanz weniger mit dem Auto, sondern eher mit der Erfahrung zusammenhängt, die wir in den letzten beiden Jahren gesammelt haben", sagte der Weltmeister, dessen Bestätigung im Amt in zwei Wochen erfolgen dürfte. Sein im Vorjahr unter deutlich schwierigeren Bedingungen beim Finale in Abu Dhabi eingefahrener Premierentitel hat Vettel noch stärker gemacht.(APA)