Sanaa/Kairo - Kämpfer eines regimefeindlichen jemenitischen Stammes haben am Montag im Norden von Sanaa den Stützpunkt einer Eliteeinheit des bedrängten Präsidenten Ali Abdallah Saleh gestürmt. Bei dem Gefecht wurde ein General der Saleh-treuen Republikanischen Garde getötet, 16 Soldaten der Einheit wurden gefangen genommen, berichtete die oppositionelle Webseite Maribpress. Auch zwei Stammeskämpfer kamen nach diesen Angaben ums Leben, 19 weitere wurden verletzt.

Tausende Menschen demonstrierten am Montag in Sanaa und anderen Städten erneut für den Rücktritt Salehs. Der seit 33 Jahren herrschende Autokrat war am vergangenen Freitag aus Saudi-Arabien zurückgekehrt, wo er sich fast vier Monate lang von den Folgen eines auf ihn verübten Bombenanschlags erholt hatte. In einer Fernsehansprache am Sonntagabend hatte er erneut bekräftigt, dass er sein Amt erst nach Neuwahlen niederzulegen gedenke.

Die Opposition verlangt seinen sofortigen Rücktritt. Sie will ihn außerdem vor Gericht stellen, um ihn für den Tod von rund 650 Demonstranten seit Ausbruch der Proteste im Februar zur Verantwortung zu ziehen. (APA)