Wien - Die Technische Universität (TU) Wien will die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft stärken und startet gleichzeitig ihre Fundraising-Aktivitäten. Dazu sucht die Uni einerseits Partner aus der Wirtschaft zur Unterstützung ihrer "ehrgeizigen Zukunftspläne". Andererseits will sie den Unternehmen aber auch "eine neue Qualität der Forschungskooperation" anbieten, sagte die designierte Rektorin der TU, Sabine Seidler. Auftakt für die neuen Aktivitäten war ein "Gala-Abend der Technik" gestern, Montag, bei dem Firmenvertretern eine "Leistungsschau der TU" geboten wurde.

Mit dem Gala-Abend wurde erstmals Geld in einen neu eingerichteten "Zukunftsfonds Technik" gespült. 21 Tische für die Veranstaltung wurden an Unternehmen verkauft, die Einnahmen von rund 100.000 Euro sollen ausschließlich der Forschung zugute kommen, wie Alfred Zimmermann, Vorstand des Alumnis-Clubs der TU, erklärte. Mit dem Zukunftsfonds will die TU auch unabhängiger von der Politik werden.

Drittmittel seit 2004 verdoppelt

Bei der bilateralen Zusammenarbeit mit Firmen sieht sich die Uni bereits erfolgreich. Das spiegelt sich auch in den Budgetzahlen wider: Die Drittmittel, also etwa durch Forschungsaufträge oder Projektförderung eingeworbene Gelder, haben sich seit 2004 auf 63 Mio. Euro verdoppelt, während das Globalbudget der Uni seither nur um 21 Prozent auf 190 Mio. Euro angestiegen ist.

Eine Kundenzufriedenheitsanalyse habe aber als Defizit die schlechte interne Vernetzung an der TU aufgezeigt, sagte Seidler. Die TU will sich deshalb "stärker als Problemlöser" anbieten, gemeinsam mit Unternehmen Forschungsthemen-Felder sowie zukünftige Fragestellungen definieren. Mit dem Verbund gebe es bereits eine solche Partnerschaft für "strategische Forschung", sagte Seidler.

"Nicht absacken"

Dabei geht es der TU gar nicht so sehr um eine Steigerung der Drittmittel-Erträge. Hier sei man auch im Entwicklungsplan der Uni angesichts der Wirtschaftsentwicklung "sehr vorsichtig" gewesen, Ziel sei "nicht abzusacken". "Mehr wird mit den derzeitigen Kapazitäten auch nicht möglich sein", so Seidler, die am 1. Oktober zumindest budgetär kein leichtes Erbe antritt: 2010 wurde ein Bilanzverlust von 13,45 Mio. Euro verzeichnet.

Für Seidler ist die Situation "außerordentlich bedenklich". Die notwendigen Einsparungen würden hauptsächlich das Personalbudget treffen, das 130 Mio. Euro des 190 Mio. Euro-Haushalts der TU ausmacht. Drittmittel könnten hier nur eine "zusätzliche Finanzierungsquelle sein, der Bund wird nicht aus der Pflicht gelassen", so Seidler. (APA)