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Neuper zu Studiengebühren: "Das Problem der Uni-Finanzierung lässt sich damit auf jeden Fall nicht lösen."

APA-FOTO: MARKUS LEODOLTER

Graz - Die neue Rektorin der Universität Graz, Christa Neuper, will die größte steirische Universität im Bereich der Forschung stärker vorantreiben. Am Montag stellte sie die Eckpunkte ihres Konzepts für die kommenden vier Jahre vor und sprach sich zugleich für Zugangsregelungen zu Massenfächern aus. Sie zeigte sich jedoch skeptisch, was die Einführung von Studiengebühren anbelangt. Die Hirnforscherin folgt Alfred Gutschelhofer im Rektorenamt nach und ist damit zugleich die erste Frau an der Spitze einer steirischen Universität.

Sie übernehme ein "sehr gut geführtes Haus mit guter Ausgangslage", so Neuper. In vielen Bereichen gehe es nun darum, "Kontinuität walten zu lassen, zu konsolidieren und da und dort Maßnahmen zur Verbesserung zu setzen". Insbesondere will die Neuropsychologin die Position der Uni Graz als Forschungsinstitution forcieren. "Neue Impulse in die Forschung sollen das Profil und die Sichtbarkeit stärken", so Neuper, die zugab, dass es Bereiche gebe, "wo wir aktiver werden können". So sollen sich die Wissenschafter an Forschungsprogrammen der EU beteiligen und motiviert werden, in internationale Projekte einzusteigen.

Neue Akzente in der Forschung

Diesem Vorhaben verlieh auch Unirats-Vorsitzender Werner Tessmar-Pfohl Ausdruck: Die Universität habe sich in den vergangenen acht Jahren zu einer modernen Institution entwickelt, in der Forschung habe es jedoch "sicher weniger Nachdruck gegeben, wie in der Lehre". Nun sei es "sicher sinnvoll neue Akzente zu setzen".

Vernetzung mit anderen Universitäten am Standort werde laut Neuper einen weiteren Schwerpunkt des neuen Rektorates bilden: Das unter Gutschelhofer initiierte Projekt "BioTechMed" soll die Universität Graz, die TU Graz und die Medizinische Universität in der Humantechnologie, Pharmazie und Psychologie näher zusammenbringen. Um das Projekt "NAWI Graz", der Kooperation der Uni Graz und TU Graz im naturwissenschaftlichen Bereich - werde man vielerorts bereits beneidet, ergänzte Tessmar-Pfohl.

Studiengebühren als Steuerungsinstrument

Studiengebühren will Neuper, "wenn, dann im Gesamtmodell" betrachten und diskutieren. "Das Problem der Uni-Finanzierung lässt sich damit auf jeden Fall nicht lösen", so die Rektorin. Dass sie als Steuerungsinstrument für die Studierendenströme dienen könnten, halte sie für nicht möglich. "Was Gebühren sicher nicht erreichen können, ist das, was wirklich gebraucht wird - Beratung der Schüler und Maturanten". Zugangsregelungen hingegen seien "ein wichtiger Faktor, um eine faire Betreuung in Massenfächern zu schaffen". (APA)