Wien - Minihelm auf, kleiner Blaumann an: Im Wiener Kindermuseum Zoom widmet man sich ab morgen, Donnerstag, dem, was viele betroffene Anrainer fürchten - der Baustelle. Unter dem aufmerksamkeitsheischenden Titel "Achtung Baustelle!" hat das Zoom das breite Spektrum des Themas in seiner Herbstausstellung kindgerecht verpackt. "Bauen ist für Kinder ein Hauptthema in ihrer Entwicklung", zeigte sich Museumschefin Elisabeth Menasse-Wiesbauer am Mittwoch in einer Pressekonferenz überzeugt.

So würden die Kleinen in räumlichem Denken geschult, lernten Maßstäbe interpretieren, Statik und Materialeigenschaften erkunden. Überdies würde den minderjährigen Besuchern auf diese Weise auch vermittelt, dass sie ihre Umwelt mitgestalten können.

Mit Bauwerkzeugen musizieren

Ausgehend von Stadtbildfragen wie der Altbausanierung oder dem Abriss, erkunden die Teilnehmer Wärmepumpen, können mit Bauwerkzeugen musizieren, selbst Pflastersteine verlegen oder mit Kränen und Wärmebildkameras spielen. Ebenso werden die Kinder über Bauträger, Baupolizei oder Immobilienmakler aufgeklärt.

Der Sicherheitsgedanke wird dabei stets hochgehalten, weshalb die 6- bis 12-Jährigen nicht nur in Helm und Arbeitskleidung das gute Dutzend an Themenstationen erkunden, sondern auch in Zeichen- und Schilderkunde geschult werden. Bis zu 70 Kinder können zeitgleich den 600 Quadratmeter großen Erlebnisparcour durchwandern, umriss Kurator Christian Ganzer das gruppendynamische Konzept.

Neu ist neben der Baustellenführung auch ein künstlerisches Recyclingprojekt. Im Workshopbereich werden unter dem Motto "Flaschenzauberland" PET-Flaschen zu Skulpturen umgearbeitet. Und beim Lab Club wird zusammen mit Künstlern in einem Langzeitprojekt ein Trickfilm erstellt, der im Frühjahr 2012 Premiere feiern wird. (APA)