Graz - Einfache Recherche über die infrastrukturelle Ausstattung europäischer Planetenforschungsinstitutionen, über Raumsonden-Daten sowie die große Zahl europäischer Amateurastronomen soll mit Hilfe einer neuen Datenbank möglich werden. "Matrix" wurde vom Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften entwickelt. Sie wird auf der Konferenz der europäischen und US-amerikanischen Planetenforschung in Nantes erstmals präsentiert und zur Erprobung freigegeben.

Die Datenbank sei ein "Kern-Tool" für die gezielte Koordination der europäischen Planetenforschung, schilderte Helmut O. Rucker, wissenschaftlicher Direktor am ÖAW-Institut für Weltraumforschung in Graz. Mit ihr sollen Planetenforscher auf einen Blick sehen, welche Forschungsarbeiten und -beobachtungen wer, wo, wann mit welchen Instrumenten durchgeführt hat bzw. gerade durchführt: "Diese infrastrukturellen Angaben sollen dazu dienen, die europäische Planetenforschung am Boden und im Weltraum zu koordinieren", erklärte Rucker. Eine wichtige Funktion der Datenbank sei die Erleichterung von akkordierten Beobachtungskampagnen.

Kostenlos

Die Datenbank ist von jedermann kostenlos benützbar und Teil der web-basierten Service-Plattform IDIS (Integrated and Distributed Information Service) im Rahmen des bis Ende 2012 laufenden EU-Projektes "Europlanet". Über IDIS sollen künftig alle für die Planetenforschung relevanten Labors, Forschungsgruppen und deren Daten abgerufen werden können.

Bis jetzt wurden etwa 30 Raummissionen mit Satelliten und Raumsonden und ihre Experimente sowie Hunderte Bodenstationen aufgenommen. Auch die Daten einer großen Zahl von Amateurastronomen wurden erfasst. "Sie sind für die Planetenforschung von immenser Bedeutung und aus der Forschung nicht mehr wegzudenken", so Rucker. Die Erfassungsdichte ermögliche Beobachtungen rund um den Globus und rund um die Uhr. Auch am ÖAW-Institut für Weltraumforschung arbeiten die Forscherinnen und Forscher bei der Beobachtung von Exoplaneten und der Auswertung von Daten gezielt mit Amateuren zusammen. (APA/red)