Die heuer geplante Teilrückzahlung des vom Staat zur Verfügung gestellten Partizipationskapitals platzt. Eine Kapitallücke der Rumänien-Tochter der ÖVAG sowie Bedenken der Aufsicht vereiteln den Schritt.

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Wien - Das Spitzeninstitut des Volksbanken-Sektors, die ÖVAG, kommt nicht zur Ruhe. Nachdem die Bank schon im Sommer beim europäischen Stresstest durchgefallen war, muss sie nun die Abschichtung des staatlichen Partizipationskapitals verschieben. Es geht dabei um 300 Mio. Euro der Staatshilfe im Volumen von insgesamt einer Milliarde, die das Institut noch heuer refundieren wollte. Bei der für heute, Donnerstag, anberaumten Aufsichtsratssitzung der Volksbank AG, soll die Maßnahme nun erst für 2012 in Aussicht gestellt werden, hieß es aus informierten Kreisen.

Ganz freiwillig erfolgt der Schritt nicht. Die Aufseher hegen offenbar die Sorge, dass sich die Lage der dürftig kapitalisierten ÖVAG durch den Aderlass verschlechtern wird. Diese Meinung wird vom Finanzministerium geteilt. Für die flaue Entwicklung der Bank gibt es mehrere Gründe: Einerseits läuft es operativ weniger gut als erhofft, statt eines angepeilten Gewinns von 100 Mio. Euro dürfte heuer wieder ein Verlust eingefahren werden.

Zudem wird das Rumänien-Problem offenbar gravierender. Die dortige Bank blieb vom Verkauf der Volksbank International (VBI) an die russische Sberbank ausgespart, dem Vernehmen nach wegen hoher Risiken in der Tochter. Die Vorsicht der Russen scheint sich nun als berechtigt herauszustellen. Die rumänische Notenbank soll von der ÖVAG eine Rekapitalisierung der lokalen Bank im Volumen von 200 Mio. Euro verlangen, heißt es. Hauptproblem dort sind Fremdwährungskredite, die angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage und der Währungsentwicklung schwer auf den Kunden lasten. Der geplante Verkauf der Bank ließ sich unter diesen Umständen bisher nicht realisieren. Zuvor war schon der VBI-Verkaufserlös unter den Erwartungen gelegen.

Und auch die Trennung der ÖVAG vom Leasinggeschäft dürfte in absehbarer Zeit nicht vonstatten gehen. Die Finanzierung ("funding") der Sparte sei zu problematisch, heißt es.

Die ständige Zielverfehlung ist auch für die Republik heikel. Sie wird neuerlich keine Dividende für ihr PS-Kapital sehen; kommendes Jahr kann sie überdies ihre stimmrechtslose Einlage in Stammkapital wandeln. Zwar hält Finanzministerin Maria Fekter nichts davon, allerdings steigt der Druck, wird der Schritt doch immer wieder gefordert.

Offen sei derzeit überdies, inwieweit die Fusion mit der Tochter Investkredit angesichts der verschobenen Pläne noch Sinn mache, heißt es. (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.9.2011)