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Die Wirtschaftsreformen Castros zielen darauf ab, die unproduktive Planwirtschaft mit Privatinitiativen vor dem Zusammenbruch zu bewahren.

Foto: Reuters/Desmond Boylan

Havanna - Die Kubaner haben lange darauf gewartet: Jetzt dürfen sie neue Autos kaufen und besitzen. Das gilt zumindest für diejenigen, die über die nötigen Dollar verfügen. Die vorrevolutionären US-Straßenkreuzer in den Gassen Havannas haben damit aber noch lange nicht ausgedient. Der Kauf und Verkauf von Personenwagen ist Teil des Reformprogramms, mit dem Präsident Raul Castro seit dem vergangenen Jahr die Wirtschaft des Landes durch verstärkte Privatinitiativen aus der Krise führen will. Die Entscheidung über den Autohandel war seit Monaten erwartet worden und wurde am Mittwoch (Ortszeit) in der "Gaceta Oficial" veröffentlicht.

Frei ist der Autohandel aber nicht. Nur Kubaner mit Devisen, die "sie im Interesse des Staates verdient haben", dürfen alle fünf Jahre ein Auto erwerben. Für die meisten Kubaner kommt wegen Geldmangels ein Autokauf ohnehin nicht infrage.

Dem Text zufolge dürfen Ausländer, die permanent auf der Insel leben, künftig Neuwagen in Autoniederlassungen erwerben. Auch dürfen sie Neuwagen importieren, aber nur zweimal während ihres Aufenthaltes auf der Insel.

Auch wird Kubanern erlaubt, sowjetische Autos zu verkaufen, die sie vor 1990 erworben haben, als Kuba zum von Moskau gesteuerten Wirtschaftsblock Comecon gehörte.

Bis jetzt durften die Kubaner lediglich Autos kaufen oder verkaufen, die vor der Revolution 1959 gebaut worden waren. Viele von diesen vor allem aus den USA stammenden alten Straßenkreuzern werden heute als romantische Privattaxis eingesetzt.

Die Wirtschaftsreformen Castros zielen darauf ab, die unproduktive Planwirtschaft mit Privatinitiativen vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Über eine Million im Staatssektor beschäftigte Menschen sollen entlassen werden und in der entstehenden Privatwirtschaft in den Städten und auf dem Lande ihr Auskommen finden. Autohäuser stehen bisher nicht auf der Liste der Kleinunternehmen, die in Zukunft privat geführt werden dürfen. (APA)