Die Welt stinkt. Und der Mensch leistet seinen Beitrag nicht nur auf die der Natur geschuldete Art, sondern vor allem über den Individualverkehr, der das Weltklima langsam, aber sicher in Richtung Kollaps bringt. Das australische Philosophenquartett AC/DC hat das schon 1979 erkannt und in der Denkschrift Highway To Hell verewigt.

Nun ist der Mensch gescheit und dumm zugleich. Anstatt Ursachen zu bekämpfen, ficht er lieber mit den Symptomen. Dabei ist er sich für nichts zu blöd. Im Versuch, sich inmitten übler Gerüche der bösen Welt kleine Oasen zu erschaffen, hat er sich unter anderem die Duftkerze ausgedacht und andere, die Natur schlecht nachstellende Duftspender fürs Eigenheim.

Auch der in jedem versifften Taxi baumelnde Duftbaum ist ein Versuch, es sich olfaktorisch kuschelig zu machen, obgleich er meist riecht, als hätte sich eine Sau daran gerieben. Das Bestreben nach Wohlbefinden hat nun - wie es auch beim Terrorismus immer heißt - eine neue Qualität erreicht. Aktuell läuft im Fernsehen eine Werbung für eine Wandcreme.

Wie lange die Schöpfer dieses Worts mit Lachkrämpfen auf dem Boden herumgekugelt sind, ist nicht überliefert, aber es handelt sich dabei tatsächlich um eine Creme, mit der man seine Wände eincremen soll. Natürlich mit einem eigens dafür erfundenen Wandcremehandschuh: "Um die Wirkung auf kleineren Wandflächen zu erhöhen, wird ein Auftragen in kreisenden Bewegungen mittels (...) Cremehandschuh empfohlen", steht auf der Hersteller-Homepage.

Von dem wünschen wir uns als Nächstes bitte die Autobahncreme, die Hundstrümmerl- sowie eine Würstelbudensalbe, danke. (Karl Fluch, DER STANDARD; Printausgabe, 30.9.2011)