Wien - Seit 1. März ist das Gleichbehandlungsgesetz in Kraft, das unter anderem Großbetrieben ab Juli vorschreibt, die Durchschnittseinkommen in anonymisierter Form offen zulegen. Laut Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek haben aber bisher lediglich die Hälfte auf Aufforderung der Offenlegung freiwillig reagiert.

Die zweite Maßnahme, die gesetzt wurde, nämlich die Verpflichtung, dass bei Stellenausschreibungen per Inserat angegeben werden muss, wie hoch die kollektivvertragliche Bezahlung ist und ob eine Überzahlung möglich ist, "funktioniert noch nicht zu meiner Zufriedenheit", so die Ministerin am Donnerstag in einer Aussendung. "Nur 20 Prozent der Ausschreibungen erfüllen die nötigen Kriterien. Allerdings gibt es diesbezüglich erst ab dem 1.1.2012 Sanktionen", so die Ministerin.

Am 4. Oktober ist der bundesweite Equal Pay Day. Bis zu diesem Tag verdienen Frauen und Männer gleich viel - danach arbeiten Frauen statistisch gesehen gratis. (APA)