Slap The Bass aus Ungarn sind beim Waves-Festival auf dem Badeschiff zu erleben

Foto: Waves

Die als erstes Klub-Festival Wiens beworbene Veranstaltungsreihe Waves Vienna macht noch bis Sonntag Programm, das den Bogen zwischen Dancefloor und Songwriterkunst spannt - was ebenso als Aufgeschlossenheit wie als Beliebigkeit gedeutet werden kann. Dass die Macher konzeptionell auf osteuropäische Akzente setzen, ist zwar löblich und wurde entsprechend verkündet - in der Außenwahrnehmung, und vor allem angesichts solcher westlichen Zugpferde wie Gang Of Four oder Zola Jesus, geht dieser Aspekt etwas unter.

Wer den musikalischen Osten im Zeichen der elektronischen Klangerzeugung erkunden möchte, hat im Zuge des Festivals noch viele Gelegenheiten. Am Freitag gastiert auf dem Badeschiff das aus Ungarn stammende Duo Slap In The Bass, dessen Reputation allerdings darauf beruht, über Verbandelungen zu westlichen Musikstrukturen zu verfügen. Die Ungarn haben für Norman Cooks Label Southern Fried Records remixet - ihre dem elektronischen Eklektizismus verschriebenen Werke veröffentlichen sie beim deutschen No Brainer Label.

Ebenso am Freitag beschallt der polnische Star-DJ Jacek Sienkiewicz die Fluc Wanne. Auch bei ihm dient als Alleinstellungsmerkmal weniger sein Lokalkolorit, sondern die Tatsache, dass er seinen fluffigen Techno-Entwurf auf Sven Väths Cocoon-Label veröffentlicht und in seiner Heimat mit Recognition Records ein wesentlicher Strukturgeber ist.

Nach Underground tönen hingegen Tempelhof aus Tschechien, die am Samstag bereits um 20.45 Uhr das Fluc in Beschlag nehmen und für das Schattseitige zuständig sind. Nichts für labile Charaktere, ein Ohrenputzer jedoch allemal. (lux / DER STANDARD, Printausgabe, 30.9.2011)