Athen/Paris - Die Regierung in Athen hat sich am Donnerstag nach einem ersten Gespräch mit den Experten von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufrieden gezeigt. "Das Klima war positiv und kreativ nach den harten Maßnahmen, die wir beschlossen haben", erklärte das Finanzministerium.

Die neuen Sparzusagen waren nötig, um die Vertreter nach der überraschenden Abreise Anfang September von einer Rückkehr nach Griechenland zu überzeugen. Die Experten hatten die Prüfung der Sparbemühungen abgebrochen, weil die Regierung zum wiederholten Male seinen Zusagen hinterherhinkte.

EU und IWF hatten die Rückkehr ihrer Experten von zusätzlichen Sparschritten abhängig gemacht. Die Regierung hatte daraufhin Steuererhöhungen, Lohn- und Gehaltskürzungen und einen Stellenabbau im öffentlichen Dienst angekündigt. Am Dienstag brachte sie eine neue Immobiliensteuer durch das Parlament. Die Gewerkschaften kündigten an, ihre laufenden Proteste in den kommenden Wochen auszuweiten. Die Taxifahrer setzten ihren 48-Stunden-Streik am Donnerstag fort. In den Krankenhäusern legten die Beschäftigten die Arbeit für drei Stunden nieder.

Griechenland will Geld durch "Raucherfläche"

Wegen der akuten Geldnot hat der griechische Staat wieder das Rauchen in größeren Lokalen und Casinos erlaubt - aber gegen Bezahlung. Lokale, die über eine Fläche von mehr als 300 Quadratmeter verfügen, dürfen die Hälfte dieser Fläche für Raucher reservieren. Vorausgesetzt, sie zahlen an den Staat jährlich 200 Euro pro Quadratmeter "Raucherfläche". Dies sieht eine neue Verordnung des Gesundheitsministeriums vor. Die neue Regelung wurde am Freitag in Athen veröffentlicht. Bisher war das Rauchen völlig verboten. Allerdings wurde das Verbot in der Regel nicht eingehalten.

Treffen mit Sarkozy

Im Bemühen, den Rückhalt der Geberländer zu sichern, trifft Ministerpräsident Giorgos Papandreou am Freitag in Paris Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. Sarkozy kündigte an, Deutschlands Bundeskanzlerin Merkel in den nächsten Tagen zu treffen und die weitere Vorgehensweise mit ihr abstimmen.

Bei den Verhandlungen mit der Troika geht es um die Auszahlung der nächsten Tranche über acht Milliarden Euro aus dem Rettungspaket von EU und IWF. Ohne das Geld könnte die Regierung keine Gehälter und Pensionen mehr auszahlen und würde auf eine Staatspleite zusteuern. Experten rechnen aber damit, dass Griechenland die Hilfen bekommen wird, auch um Folgen für das internationale Bankensystem und eine Ausweitung der Schuldenkrise auf andere Euro-Staaten zu verhindern. Die Entscheidung dafür wird bei einem Sondertreffen der Eurozone am 13. Oktober fallen.

"Ich denke, dass die Euro-Finanzminister letztlich die nächste Tranche aus dem Hilfspaket freigeben werden", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. "Sie werden das Risiko nicht eingehen, Griechenland jetzt den Geldhahn zuzudrehen. Es ist eine politische Entscheidung." Gespräch mit Troika(APA/Reuters)