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Bayern-Trainer Jupp Heynckes.

Foto: APA/EPA/Hase

Gelsenkirchen - Stabile Abwehr, treffsicherer Angriff und eine beeindruckende Serie - in der deutschen Fußball-Bundesliga geht schon nach sieben Runden die Angst vor einem Durchmarsch des FC Bayern um. Nach zuletzt zehn Pflichtspielsiegen in Serie mit 28:0 Toren zweifelt kaum jemand an einem weiteren Erfolg des Tabellenführers am Samstag in Hoffenheim.

1899-Coach Holger Stanislawski hofft dennoch auf einen Coup: "Ich gehe davon aus, dass Bayern mit herausragendem Vorsprung Meister wird. Aber wir wollen dennoch den künftigen deutschen Meister schlagen." Doch die Art, wie der Rekord-Titelträger zuletzt selbst starke Gegner wie Manchester City dominierte, spricht für eine Fortsetzung des Münchner Höhenflugs. So könnte Torhüter Manuel Neuer in Hoffenheim die Marke von 1.000 Pflichtspielminuten ohne Gegentreffer knacken.

Die Gefahr, dass die zuletzt hochgelobte Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes den Gegner unterschätzen könnte, sieht Torjäger Mario Gomez nicht: "Das ist uns in zehn Spielen nicht passiert." Auch Bastian Schweinsteiger hält das Risiko für gering - wenngleich aus anderen Gründen: "Wir gehen am Sonntag auf die Wies'n, und da wollen wir mit einem Sieg hin."

Ein Duell der besonderen Art steht in Hamburg an. Nur wenige Tage nach dem Werben der HSV-Spitze um Huub Stevens sitzt der Niederländer tatsächlich auf der Trainerbank - allerdings auf der von Gegner Schalke 04. Weil der Ex-Salzburg-Coach zeitgleich in Gesprächen mit dem Revierclub stand, brach das Schlusslicht die Verhandlungen ab. Den HSV betreut nun Interimscoach Rodolfo Esteban Cardoso.

Kurz danach gab Stevens den "Königsblauen" den Zuschlag und feierte im ersten Spiel gegen Haifa in der Europa League ein 3:1. "Dass es nun mit Schalke gegen den HSV geht, mit dem ich vor kurzer Zeit noch über eine Trainertätigkeit gesprochen habe, ist eben im Fußball so. Ich denke, es war legitim von mir, mich zu der Zeit auch mit dem FC Schalke zu unterhalten", kommentierte der 57-jährige Niederländer.

Mit dabei in Hamburg ist auch Christian Fuchs. Der Niederösterreicher hatte Schalke mit dem ersten Doppelpack (8., 66.) seiner Karriere zum Sieg gegen Haifa geschossen. Dabei war das Einlaufen von Fuchs aufgrund einer Erkältung unsicher gewesen. "Ich bin einen Tag vorm Spiel erst wieder ins Training eingestiegen. Es war wirklich toll, dass ich spielen konnte", meinte der ÖFB-Teamverteidiger.

Schalke war neben dem FC Bayern, Leverkusen und Hannover einer von vier Clubs, die in dieser Woche auf internationaler Bühne gewannen. Nur Borussia Dortmund zahlte beim 0:3 in Marseille Lehrgeld. Die Partie am Samstag gegen Aufsteiger Augsburg sieht der aktuell nur achtplatzierte deutsche Meister als Chance zur Stimmungsaufhellung. "Wir haben die große Gelegenheit, das 0:3 in einem anderen Licht dastehen zu lassen", sagte Trainer Jürgen Klopp.

Dortmunds Jungstar Mario Götze machte vor dem Heimspiel mit einem lukrativen Sponsor-Deal Schlagzeilen. Laut übereinstimmenden Medienberichten soll der 19-Jährige seinen Vertrag mit einem Sportartikelhersteller (Nike) vorzeitig bis 2022 verlängert haben. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung (Freitag) zahlt der amerikanische Konzern Götze in diesen zehn Jahren rund 15 Millionen Euro.

Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach halten bei zwei Zählern Rückstand als einzige Clubs Kontakt zum Spitzenreiter aus München. Vor der schwierigeren Aufgabe steht Werder: Das wiedererstarkte Team von Trainer Thomas Schaaf tritt am Sonntag in Hannover an. Mönchengladbach spielt bereits Samstag beim Vorletzten in Freiburg. (APA)