Wien - Die Experten von Goldman Sachs haben in einer Analyse österreichischer Banken ihre Kursziele für die Erste Group und Raiffeisen Bank International gesenkt. Keine Veränderungen gab es bei den Empfehlungen, präferiert wird weiter die Erste Group. Für die Erste Group-Aktie besteht weiterhin das Votum "Buy", während Raiffeisen Bank International von den Analysten bei "Neutral" belassen wurde.

Die Erste Group bekommt generell das bessere Zeugnis von den Goldman Sachs-Analysten ausgestellt. Die Aktie bleibt weiter auf der "Conviction Buy List" der Bank. Das alte Kursziel von 45 Euro wurde auf 35 Euro abgestuft. Besonders die Situation in Osteuropa gab Anlass zu einer Kurszielkorrektur nach unten. Neben schwachen Wachstumsaussichten für die CEE-Länder und einer nur langsamen Verbesserung der Anlagemärkte könnte die politischen Entwicklung in Ungarn der Bank einiges an Geld kosten, schreiben die Analysten. Die durch das Gesetz zur Umwandlung von Fremdwährungskrediten zu einem fixen, günstigen Wechselkurs entstehenden Kosten müsste die Bank bezahlen.

Den gleichen Risiken wäre demnach auch die Raiffeisen Bank International ausgesetzt. Hier wurde das Votum auf "Neutral" belassen. Das Kursziel wurde von 41 Euro auf 34 Euro reduziert. Die bessere Performance der Erste Group wird vor allem mit der höheren Kapitalausstattung und dem soliden Gewinn vor Rückstellungen begründet. Generell wird beiden Instituten zugetraut die genannten Risiken zu meistern. Der relativ geringe Anteil von Ungarn am Gesamtgeschäft der beiden Banken sollte die Verluste aus dem neuen ungarischen Gesetz verkraftbar machen, während die starke Finanzierungsbasis kurzfristige Kreditausfälle kompensieren könnte. Außerdem gilt der Bankenmarkt in Osteuropa nach wie vor als unterversorgt, schreiben die Analysten. (APA)