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Der neue Rektor der Montanuniversität Leoben, Wilfried Eichlseder, will mehr Interdisziplinarität und Internationalisierung.

Foto: APA/Montanuniversität

Graz - Interdisziplinarität und Internationalisierung sind zwei zentrale Ziele des neuen Rektors der Montanuniversität Leoben, Wilfried Eichlseder. Die Forschungsrichtungen an der obersteirischen Ingenieur-Schmiede sollen künftig verstärkt zusammenarbeiten. Um die Uni für internationale Gastwissenschafter attraktiver zu machen, soll das Studienangebot verstärkt auf Englisch angeboten werden, so Eichlseder bei einem Pressegespräch am Montagabend in Graz.

Er wolle den "sehr erfolgreichen Kurs" seines Vorgängers Wolfhard Wegscheider fortsetzen, aber etwas andere Schwerpunkte forcieren. Dazu gehöre der inter- und transdisziplinäre Ansatz: "Für einen Maschinenbauer wie mich könnte das zum Beispiel bedeuten, sich stärker mit Mathematikern zusammenzutun und die Materialwissenschafter einzubinden". Mithilfe dieser Strategie soll unabhängig vom jeweils eigenen Fachgebiet der Forscher die Gesamtkompetenz der Montanuni für bestimmte Zukunftsbereiche gestärkt werden. "Der Bereich Leichtbau ist beispielsweise so ein Feld, in dem wir Lösungen für die gesamte Wertschöpfungskette anbieten könnten", so der Rektor. Ein anderes Feld wäre der Energiesektor vom Einsatz über die Umwandlung bis hin zur Speicherung der Energie.

"Wenn wir ein Anziehungspunkt für ausländische Forscher werden wollen, dann müssen wir für die Gastprofessoren auch attraktiv sein", so Eichlseder. Das Angebot an englischsprachigen Studien soll daher verstärkt werden. Gedacht ist vor allem an entsprechende Studien im Master-Bereich, hielt Eichlseder fest.

Zusammenarbeit mit der Industrie

Die Verstärkung der Zusammenarbeit mit der Industrie ist dem früheren Leiter der Abteilung "Leichtbau" innerhalb des Technologie Zentrum Steyr ebenso ein Anliegen. "Bilaterale Projekte mit den Unternehmen sollen ausgebaut und bestehende Kompetenzzentren und K-Programme in die Verlängerung geführt werden", so Eichlseder. Weiters will er "zusätzliche Christian-Doppler-Laboratorien und neue K-Projekte" nach Leoben holen und im Bereich der Kunststofftechnik die Sparten Verarbeitung und Simulation ausbauen.

Infrastrukturell sei unter seinem Vorgänger Wegscheider "sehr viel gemacht" worden, so dass gute Ausgangsbedingungen vorlägen, die eventuell noch "durch Labors oder Studentenheime" ergänzt werden sollten. Der Frauenanteil unter den 3.000 Studierenden der Montanuni betrage derzeit rund 25 Prozent bei kontinuierlicher Steigerung. Hier sieht Eichlseder "durchaus noch Potenzial". Dementsprechend will man bewusst weitere Frauen zum Studium in Leoben bewegen und in Bildungsinstitutionen für die Montanuni werben. (APA)