Washington - US-Präsident Barack Obama würde in einem Duell gegen Mitt Romney im kommenden Jahr unterliegen, wenn es nach den aktuellen Erhebungen des renommierten Umfrage-Instituts der Quinnipiac University (Connecticut) geht. Demnach würde der Amtsinhaber Obama vier Prozent hinter Romney liegen, sollte der frühere Gouverneur von Massachusetts von den Republikanern als Präsidentschaftskandidat aufgestellt werden.

Wenn derzeit gewählt würde, hätte Obama im direkten Zweikampf gegen Romney 42 Prozent der US-Bürger hinter sich, Romney 46 Prozent. Im Vergleich zu August, als es 45:45 hieß, oder Juli, als es 47:41 stand, hat Romney damit deutlich Boden gut gemacht und Obama sogar überholt.

Auffällig dabei ist, dass Romney 90 Prozent der deklarierten Republikaner hinter sich hätte, Obama umgekehrt nur 84 Prozent der deklarierten Demokraten. Bei den Wechselwählern hätte Romney die Nase voran: 45 Prozent von ihnen würden laut der Quinnipiac-Umfrage dem Ex-Gouverneur ihre Stimme geben, 40 Prozent dem amtierenden Präsidenten.

Bei einem Rennen gegen Rick Perry als republikanischen Gegenkandidaten sieht die Lage für Obama besser aus. Aber auch hier müsste er um den Sieg bangen. Heißt es nächstes Jahr Obama gegen Perry, würden derzeit 44 Prozent für den Herausforderer aus Texas stimmen, 45 für den Amtsinhaber.

Überhaupt ist das Image Obamas angesichts der Wirtschafts- und Budgetkrise angeschlagen. Auf die Frage, ob es Obama verdiene, wiedergewählt zu werden, antworteten 54 Prozent der Befragten mit Nein, nur 42 Prozent ja. Hier haben sich die Aussichten in den vergangenen Monaten für den Staatschef verdüstert. 53 Prozent haben eine kritische Haltung gegenüber dem Staatschef, nur 42 eine positive.

Die Wirtschaft wird für Peter Brown vom Umfrage-Institut die Präsidentenwahl 2012 entscheiden: "Die Wähler suchen jemand, der die Wirtschaft herumreißt", sagte er am Mittwoch bei der Präsentation der Erhebungen in Washington. Die Werte für Obama seien "schlechter als sie waren" und "auf einem kritischen Niveau". Die gute Nachricht für den Präsidenten sei, dass sie "relativ stabil" seien: "Obama tritt Wasser im tiefen Teil des Beckens", sagte Brown. Kein anderer US-Präsident sei in einer derartigen Wiederwahl-Situation schlechter gelegen als Obama.

Wer Kandidat der Republikaner wird, ist aus Browns Sicht noch längst nicht entschieden. Nach Spekulationen hatte der mit guten Umfragewerten ausgestattete Gouverneur von New Jersey, Dick Christie, am Dienstag eine Bewerbung ausgeschlossen. Romney scheint sich nun als eindeutiger Favorit herauszukristallisieren. Im parteiinternen Rennen um das Antreten bei der Wahl genießt er mit 22 Prozent die höchste Zustimmung unter den Anhängern der Republikaner. Quinnipiac führt im Gegensatz zu anderen Instituten an zweiter Stelle den Geschäftsmann Herman Cain (17 Prozent) und den Gouverneur von Texas Perry erst an dritter Stelle (14 Prozent). Die anderen Bewerber kommen jeweils nicht über die Zehn-Prozent-Marke.

Für die Umfrage befragte die Quinnipiac University zwischen 27. September und 3. Oktober 2.118 registrierte Wähler. Die Erhebungen wurden in den US-Staaten New York, New Jersey, Connecticut, Virginia durchgeführt sowie auch in Florida, Ohio und Pennsylvania, die als sogenannte Swing States großen Einfluss auf die Wahlentscheidung haben werden. Die Schwankungsbreite wurde mit plus/minus 2,1 Prozent angegeben. (APA)