Im asiatischen Raum haben Performance oder Live Art sicherlich eine andere gesellschaftspolitische Dimension als in Europa und Österreich, so Wolfgang Preisinger von den Fabrikanten, einem der Veranstalter dieses Projektes. Alleine vor diesem Hintergrund wird es spannend sein zu sehen, was die acht eingeladenen Künstler und Künstlerinnen nach Linz bringen werden.

Man habe die einzelnen Beiträge bewusst offen gehalten und sei selbst gespannt, welche Ausformungen und Interventionen Mok Chiu Yu, Yuen Kin Leung, Au Yeung Tung, Leung Wai Man, Sammu, Vinci Mok, Ger Choi Tsz Kwan und Chan Mei Tung für sich in Linz finden und formulieren werden.

Ihre bisherigen Erfahrungen, so Amel Andeßner, selbst Performerin, zeigten, dass vor allem die verwendeten Symbole, Handlungen und die Sprache bei asiatischen Performancekünstlern eine andere seien als in Europa. Andeßner betreibt seit einigen Monaten gemeinsam mit ihrer Schwester Elisa und Sibylle Ettengruber das Performancelaboratorium.

Mit dem Laboratorium, dem zweiten Veranstalter, haben die Kunstuni-Absolventinnen eine neue Plattform in Linz geschaffen, um dem Medium Performance, das sie bereits während ihres eigenen Studiums zum Schwerpunkt machten, mehr Augenmerk zu schenken. Vor allem der öffentliche Raum werde hinsichtlich performativer Interventionen in Hongkong sicherlich politischer gesehen und verwendet, bestätigt auch Wolfgang Preisinger.

Die Fabrikanten als Kommunikations-, Kunst- und Denklabor arbeiten länger schon mit dem deutschen Performance- und Installationskünstler Boris Nieslony zusammen, als Kunstuni-Lehrender und Kurator des Festivals das Link zwischen Performancelaboratorium und den Fabrikanten.

Nieslonys Format "Kunst der Begegnung" , mit dem er etwa auch gerade in Basel eine Performance Reihe kuratiert hat, stellt bewusst Ähnlichkeiten, Andersartigkeiten und Reibungen von Kulturen zur Diskussion. Genau das soll nun drei Tage lang stattfinden:

Am Freitag startet man ab 18.30 mit Indoor-Live-Performances der gastierenden Künstler. Am Samstag gibt es dann eine Tour durch den Linzer Stadtraum, die von Performances im öffentlichen Raum begleitet ist. Am Sonntag dann ein Brunch mit chinesischem Frühstück. (wkh/ DER STANDARD, Printausgabe, 7.10.2011)