Wien - Für die drei jungen Männer, die im Wiener Allgemeinen Krankenhaus (AKH) nur am Papier Zivildienst zu leisten hatten und weiter ihren jeweiligen Tätigkeiten in der EDV-Abteilung der Reinigungsfirma AGO nachgehen durften, ist die Sache strafrechtlich ausgestanden. "Ihnen wurden gemeinnützige Leistungen und die Wiedergutmachung des finanziellen Schadens aufgetragen", so die Staatsanwaltschaft.

Die physisch im AKH nicht vorhandenen Zivildiener bekommen nun keinen Prozess. Die WKStA hatte ihnen eine Diversion angeboten, mit der sich die drei Männer einverstanden erklärten. Falls die Männer, unter denen sich die beiden Söhne der zwei AGO-Geschäftsführer befinden, den Auflagen entsprechen, wird die Anzeige zurückgelegt. Sie gelten dann weiter als gerichtlich unbescholten.

Gegen das Trio, das die für Zivildiener vorgesehene monatliche Grundvergütung kassiert hatte, war wegen Betrugs und einer Bestimmung im Zivildienstgesetz ermittelt worden, die dem Tatbestand der Desertion im Militärstrafgesetz nachgebildet ist, da ihnen vorgeworfen wird, sich wissentlich dem Wehrersatzdienst entzogen hätten.

Fix scheint, dass sie ihren Zivildienst wohl nachholen werden müssen, so wie die Zivildienst-Agentur bereits am Donnerstag durchblicken hatte lassen. Demnach wird ein Verwaltungsverfahren eingeleitet, "wo geprüft wird, ob sie rechtmäßig den Zivildienst geleistet haben. Falls nicht, wird es einen Bescheid geben, mit dem sie für allenfalls noch offene Tage neuerlich zugewiesen werden", so die Agentur.

Am Donnerstag waren bereits der AGO-Geschäftsführer, der Personalchef und die ehemalige AKH-Pflegedirektorin nicht rechtskräftig wegen Amtsmissbrauchs verurteilt worden. (APA)