Kaprun - Die Länder wollen wieder einmal Schwung in die Debatte um die Bildungsreform bringen. "Noch nie war der Zeitpunkt für eine Reform so günstig wie jetzt", sagte die Vorsitzende der Landeshauptleutekonferenz, Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ), am Dienstag nach dem Treffen der Länderchefs in Kaprun bei einem Pressegespräch. Ein Wunsch der Länder: ein strafferer Ablauf bei Direktorenbestellungen.

"Wir erwarten uns, dass der Bund die gesetzlichen Voraussetzungen für die Direktorenbestellungen ändert. Es muss schneller gehen und in der Qualität besser werden", meinte Burgstaller. Derzeit sind mehrere Ebenen wie Bezirks- und Landesschulräte in die Bestellung eingebunden.

Höhere Einstiegsgehälter

Der Bund müsse rasch ein neues Lehrerdienstrecht ausverhandeln. "Es hat noch nie ein Zeitfenster gegeben, wo so viele Lehrer in Pension gegangen sind", meinte Burgstaller. Diese Gelegenheit, dass viele besserverdienende Lehrer ausscheiden, müsse man für die Reform nützen. Junglehrer sollten höhere Einstiegsgehälter erhalten. Gleichzeitig müsse aber auch die Anwesenheit in der Schule erhöht werden. "Der Arbeitsplatz der Lehrer ist die Schule", sagte Burgstaller.

Was die Zukunft der Landesschulverwaltungen betrifft, so müsse der Bund die entsprechende Verfassungsbestimmung reparieren, um eine saubere Lösung zu ermöglichen, meinte die Salzburger Politikerin.

"Knoten lösen"

Insgesamt müsse in der Diskussion um die Bildungsreform in Österreich endlich etwas weitergehen, forderte der steirische Landeshauptmann Franz Voves: "Wenn wir den Knoten nicht lösen, dann verhindern wir die Zukunftschancen unserer Kinder. Das ist unverantwortlich." (APA)