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Integration schreibt man in jedem Bundesland gleich. Darüber, wie sie jeweils umgesetzt wird, tauscht man sich auf Schloss Seggau aus.

Foto: APA/Armin Weigel

Graz/Wien - Was Österreichs Bundesländer in Sachen Integrationsarbeit leisten, welche Strategien sie verfolgen und wo ihre jeweiligen Stärken und Schwächen liegen und was man von einander lernen könnte, das versucht man auf einer zweitägigen Konferenz im südsteirischen Seggauberg abzugleichen. Es ist die erste Landesintegrationsreferenten-Konferenz, die heute, Mittwoch, zu Ende geht und von der steirischen Integrationslandesrätin, Bettina Vollath (SP), initiiert wurde. Ein Ressort für Integration gibt es in der Steiermark seit der vergangenen Wahl im Herbst 2010.

Bestandsaufnahme

Vollath will die Konferenz als "Drehscheibe für den Austausch als fixen Bestandteil" installieren, erzählt sie dem Standard. Künftig sollen sich die zuständigen Landespolitiker jedes Jahr, die Beamten zweimal im Jahr, treffen. Heuer stehe man am Anfang: "Wir schauen, wo wir überhaupt alle stehen."

Große Unterschiede gebe es etwa in der Sprachförderung, nicht nur bei der Förderung muttersprachlichen Unterrichts für Kinder, sondern auch bei Bildungsangeboten für Erwachsene mit Migrationshintergrund. Ihnen soll der Zugang zum Arbeitsmarkt etwa durch Basisbildung unentgeltliche Nachholen des Hauptschulabschlusses ermöglicht werden. Mit dem Bund verhandelt man über die Finanzierung.

Länder nicht über Aktionen informiert

Mit dem Bund habe man, etwa was die Koordination zwischen dem Österreichischen Intregrationsfonds (ÖIF) und seinen vier Integrationszentren angeht, seine liebe Mühe, sagt Vollath. Denn man werde in den Ländern nicht über einzelne Aktionen informiert. So kam der Rückzug des ÖIF aus der "Schaffung und Bereitstellung von Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge ohne Abstimmung mit den Ländern" .

Die Konferenz sei ein "sehr wichtiger Impuls" , weil die tatsächliche Integrationsarbeit in den Ländern, Städten und Gemeinden passiere und dafür ein intensiver Wissensaustausch notwendig sei, heißt es aus dem Büro der Wiener Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger (SP). Die Länder müssten aber ein Auge darauf haben, dass der im Innenministerium angesiedelte Integrationsbeirat "nicht zur Makulatur wird" .

Wie die Rolle dieses Expertenrates für Integration genau aussieht - und aussehen sollte, ist ebenso Thema auf der Konferenz. Auch die vielen verschiedenen Antidiskriminierungsstellen stehen auf der Tagesordnung: "Da wissen die Menschen of gar nicht, welche Stelle für sie, als Frau, als Ausländer, als Mensch mit Behinderung etc. zuständig ist, so Vollath. Gerade das Thema der Diskriminierung zeige, dass Integration keinesfalls nur eine Minderheit, oder nur Migranten angehe: "Ich habe den Ansatz der Diversität, der unsere Gesellschaft auf eine breitere Ebene stellt. Ziel von Integrationsarbeit ist ein entspanntes Zusammenleben aller Menschen" . (cms, fern, DER STANDARD, Printausgabe, 12.10.2011)