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Foto: APA/DPA/Frank Mächler

Wien/Lausanne - Einem intensiven Freiheitsdrang, der auch seine Kinder Anne und David Bennent auszeichnet, hat Heinz Bennent (eigentlich Heinrich August Bennent) schon als Jugendlicher nachgegeben, als er vom Gymnasium flog und eine Schlosserlehre startete, um sie nicht zu beenden. Auch seine eigentliche Berufslaufbahn blieb immer zwischen Film und Theater in Schwebe, und die Arbeitsstätten zwischen den Bühnen in Bochum, Hamburg (Thalia Theater) und München nur vorübergehende Herbergen.

Obwohl Bennent mit großen Filmregisseuren gearbeitet hat, darunter Ingmar Bergman (Das Schlangenei), François Truffaut (Die letzte Metro) oder Volker Schlöndorff (Sohn David spielt das Kind Oskar in Die Blechtrommel), galt seine Leidenschaft dem Theater. In den letzten Jahren konnte er jedoch nicht mehr auftreten, zuletzt inszenierte und spielte er 2001 in Berlin.

Heinz Bennent, in Aachen als sechstes Kind eines Buchhalters geboren und seit vielen Jahren mit seiner Frau, der französischen Tänzerin Diane Mansart, in der Schweiz wohnhaft, war kein Fall für das Ensemble. Seine grüblerische, distanzierte Art ließen ihn als Einzelgänger erscheinen, der am liebsten mit eigenen Programmen durch die Lande zog, mit einem Hölderlin-Abend oder mit Becketts Endspiel (gemeinsam mit Sohn David).

Für die Achtsamkeit gegenüber der Sprache war er berühmt; er rang sie mitunter sogar auf öffentlichen Plätzen seinem (Yoga-) Körper ab. Nun starb der Charakterdarsteller 90-jährig im Kreis seiner Familie in Lausanne. (afze / DER STANDARD, Printausgabe, 13.10.2011)