In bürokratisch-kalter Sprache schilderte Catherine Millet 2001 in Das sexuelle Leben der Catherine M. ihre sexuellen Ausschweifungen und wurde damit international bekannt. 2008 folgte das nicht weniger ehrliche autobiografische Werk Eifersucht.

Im gleichen Jahr erschien auch, begleitet von geringerem medialem Echo, Dalí et moi. Vier Jahre hat sich die Kunsthistorikerin (geb. 1948) und Chefin der art press mit den wenig bekannten Schriften Dalís beschäftigt. Darin werden die "paranoisch-kritische Methode" und das, was der Surrealist "Foto einer inneren Landschaft" nannte, vorweggenommen. Dalís Interesse für Skatologie (Fäkalwissenschaft), Masturbation und Voyeurismus spiegelt sich auch in autobiografischen Notizen. (ns, kafe / DER STANDARD, Printausgabe, 13.10.2011)