Washington - Eine Serie von Angriffen auf die US-geführten Truppen im Irak haben die US-Streitkräfte zu einer Änderung ihrer Stationierungspläne bewogen. Die rund 40.000 US-Marineinfanteristen im Irak könnten gegenwärtig nicht abgezogen werden, bevor sie durch neue Truppen abgelöst würden, sagte ein Kommandant der US-Marines am Freitag in einer Videokonferenz aus dem irakischen El Hillah. Die Serie von Angriffen auf US-Truppen im vergangenen Monat, bei denen 20 Soldaten getötet worden waren, zwinge die Militärführung zu einer Überprüfung der Organisation ihrer Truppen im Irak.

Wie die Zeitung "USA Today" am Freitag berichtete, bleibt zudem die Zahl der ausländischen Soldaten für eine internationale Friedenstruppe im Irak weit hinter den Erwartungen zurück. Derzeit stehen demnach nur etwa 13.000 Soldaten bereit, um britische und US-Soldaten zu entlasten. In den Planungen sei dagegen von "zehntausenden Männern" die Rede gewesen. Die geringe Zahl zwinge Washington, die 3. US-Infanteriedivision im Irak zu lassen.

Größere Truppenkontingente würden ab Juli aus Italien (rund 3.000 Soldaten) und Polen (rund 2.500) sowie aus der Ukraine (1.700) und Spanien (1.500) erwartet, berichtete die Zeitung weiter. Weitere Truppensteller sind unter anderen Australien, Dänemark, Ungarn, Pakistan, Portugal, Südkorea, die Philippinen und die Niederlande. Polen soll eine Besatzungszone im Irak verwalten und dort eine mindestens 7.000 Soldaten starke multinationale Division führen.(APA)