Während die P2P-Tauschbörse Kazaa zur am häufigsten downgeloadeten Software avanciert (der WebStandard berichtete), verbreiten sich bereits neue Filesharing-Tools.

Mit BitTorrent finden Filme und vor allem größere Dateien sehr schnell den Weg auf die eigene Festplatte.

Der WebStandard nahm das neue Tool unter die Lupe.

Installation

Überraschungen hält bereits die Installation bereit. Nach dem Download des für Windows, Mac OS 9 / X und Linux erhältlichen Clients wird BitTorrent ohne nachzufragen in den "Programme"-Ordner installiert. Hier findet man allerdings keine wie aus anderen Filesharing-Tools wie Kazaa und Konsorten bekannte Oberfläche.

Auch eine Suchfunktion gibt es nicht: bei BitTorrent läuft so einiges anders.

Websites

Auf diversen Websites findet man Links zu Dateien mit der Endung "Torrent". Bei einem Klick auf einen dieser Links öffnet sich Downloadfenster von BitTorrent und baut eine Verbindung zu anderen Usern auf.

Ein Server verwaltet dabei lediglich die Verbindungen, Files werden direkt getauscht. Für jedes File wird dabei temporär ein eigenes Peer-to-Peer-Netz erstellt.

Geschwindigkeit

Zwar soll dieses System die Downloadgeschwindigkeiten erhöhen. In der Realität sieht es allerdings bis dato anders aus: Der Download eines rund 60 MB großen Musikalbums dauerte etwa zweieinhalb Stunden.

Dabei variierte die Geschwindigkeit zwischen 2 und 19 kB/s.

Fileauswahl

Nicht für alle ist etwas dabei: die Auswahl an “Torrent”-Files konzentriert sich vorwiegend auf Videos und Software. Musikfans werden zwar das eine oder andere aktuelle Album finden – einzelne Mp3s oder generell ältere Dateien sind bei BitTorrent Mangelware.

Das Fehlen einer Suchfunktion erschwert das gezielte Auffinden von Files.

Alternative Clients

Das große Manko des BT-Clients liegt in der Benutzerfreundlichkeit. So ist beispielsweise die Downloadbandbreite nicht konfigurierbar und der User erfährt wenig über die Dateien die er im Begriff ist downzuloaden. Als Alternative GUIs bieten sich BT++ und der Experimental Client an.

Fazit

Das interessante System des BitTorrent-Netzwerks erweist sich leider als noch allzu mangelhaft. Zu wenig Auswahl und zu lange Wartezeiten sind grobe Mankos, die auch die Aktualität der Dateien nicht wettmachen kann.

Fans von Filmen und TV-Serien kommen bei BitTorrent auf ihre Kosten - Musikliebhaber werden mit dem P2P-Tool kaum glücklich werden. (eru)